Manche mögen’s oberflächlich

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„Marilyn Monroe – Lasst mich fliegen wie einen Schmetterling in die Nacht“

18. Dezember 2018 | Das Wormser Theater:

Die narrative Klammer dieser musikalischen Biografie war der bis heute geheimnisumwitterte Tod der Hollywood Ikone Marilyn Monroe. Mit ihm begann das Stück und mit ihm endete der Abend. Dazwischen? Ein wilder Ritt durch deren Leben, begleitet von unzähligen Songs, die in der Qualität mal mehr, mal weniger dem Original zu Ehren gereichten.

36 Jahre wurde sie nur alt. Offiziell lautete die Todesursache Selbstmord durch eine Überdosis Barbiturate. Wie ominös die Umstände allerdings tatsächlich waren, das riss diese Inszenierung lediglich an. Ein rotes Tagebuch war verschwunden und ihr Magen leer. Das war’s. Kein Wort zu dem Geflecht aus Politik und Mafia, der Drohung Monroes, das Verhältnis mit John F. Kennedy öffentlich zu machen, oder den zahllosen verschwundenen Beweisstücken. Diese Oberflächlichkeit war symptomatisch für diesen Abend, der in knapp 90 Minuten durch dieses Leben voller Tragik polterte. In einem Moment noch erzählte der Schauspieler Hans Jürgen Stockerl in der Rolle des umstrittenen Fotografen Bert Stern über sein erotisches Verlangen nach dem schillernden Star, im anderen sprintete Stockerl in der Rolle ihres Psychiaters Dr. Greenson im Rekordtempo durch die Schulzeit. Mittelpunkt des Abends war Tanja Maria Froidl in der Rolle der Monroe. Nicht immer schaffte sie es, dem Ausnahmetalent gerecht zu werden. Aber in den besten Momenten gab sie den Zuschauern die Illusion, die Ikone sei für einen Abend aus dem Reich der Toten zurückgekehrt.

Fazit: Eine musikalische Biografie in schwankender Qualität. Während das musikalische Quartett sich mitreißend durch den Abend spielte, litt die Vorstellung vor allem unter einer chaotischen Dramaturgie und einem miserablen Sound, der es oft unmöglich machte, das Gesagte auf der Bühne zu verstehen.