Meine abenteuerliche Reise durch Zentralamerika

, , Kommentar schreiben

In drei Monaten von Mexiko nach Kolumbien

Text und Fotos: Romina Brodhäcker

Über Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama machte sich die hartgesottene WO! Auslandsreporterin Romina Brodhäcker zusammen mit ihrer Freundin auf den Weg nach Kolumbien und sammelte hierbei jede Menge Eindrücke.

Bevor man solch ein Abenteuer starten kann, gilt es allerdings einige Dinge zu erledigen. An erster Stelle steht, wie so häufig im Leben, die Frage nach der Finanzierbarkeit. Dass das Ersparte nur schwerlich ausreichen dürfte, war schnell klar. Woher also nehmen, wenn nicht stehlen!? Geschwind wurde sich, teils schweren Herzens, von diversen Gegenständen getrennt, die Einsparmöglichkeiten bei Versicherungen und Co. ausgelotet und versucht, den allwöchentlichen Shoppingwahn zu unterbinden. Und glücklicherweise gibt es ja auch noch großzügige Eltern und Großeltern. Nachdem die Frage der Finanzierung zumindest ansatzweise geklärt war, standen diverse Behördengänge, Arztbesuche, Recherche zur Vorbereitung sowie Spanisch lernen auf dem Programm. Zum Glück erledigten meine Reisepartnerin und ich all diese Dinge gemeinsam. Wenn wir eins nicht vermisst haben, dann die deutsche Bürokratie. Der Tag der Abreise kam immer näher, die Vorfreude stieg, aber auch die Nervosität. Nachdem der letzte Kleinkram erledigt und der Hundesitter instruiert war, hieß es schon Abschied nehmen, was uns alles andere als leicht fiel. Da ein wirklich ausführlicher Reisebericht den vorhandenen Rahmen sprengen würde, habe ich mich dafür entschieden, auf ein paar meiner persönlichen Highlights etwas näher einzugehen.

Isla de Ometepe, Nicaragua

Eine reiche Fauna, glasklares Wasser, fruchtbare Böden, archäologische Stätten und zwei Vulkane. Einfach beeindruckend!!! Die Insel in der Form einer Acht hat schon ihre Reize, vor allem dank der Einheimischen und ihren Geschichten. Kann man sich vorstellen, dass die Inselbewohner bis 1970 weder lesen noch schreiben konnten, oder dass die wenigsten Menschen dort über eine Strom- und Wasserversorgung verfügen und sich zum Großteil selbst versorgen!? Fruchtbare Felder weit und breit. Reisfelder, Maisfelder, nebenan ein Tabakfeld, Avocadobäume, Mangobäume etc. Und zwischen drin eine Menge frei herumlaufende Nutztiere. Hier fühlt man sich wie in eine andere Zeit zurückversetzt.
Top Erlebnis: Auf- und Abstieg des Volcán Maderas (1394 m). Auf diesen Vulkan führen nur sehr unwegsame, sumpfige Wege durch den Nebelwald. Dafür wird man, gutes Wetter vorausgesetzt, mit dem Blick auf einen wunderschönen grünen See im Krater des Vulkans entlohnt. Mir wurde dieser Ausblick im wahrsten Sinne des Wortes vernebelt. Das Wetter wurde im Laufe des Trips immer schlechter und somit der Abstieg zu einer nicht ganz ungefährlichen Angelegenheit. Zum Glück ist alles gut gegangen. Unabdingbar: Ein einheimischer Führer. Außerdem absolut sehenswert in Nicaragua: Die Städte León und Granada.

Maya-Ruinen

1115_22

Während unserer Reise haben wir einige verlassende Städte und Ruinen besichtigt. Doch meine zwei Highlights stehen definitiv fest, auch wenn es sich dabei um typische Touristenattraktionen handelt. Zurecht!

Chichen Itza – Mexiko oder die „neuen sieben Weltwunder“

Hierbei handelt es sich um eine Maya-Ruine, in deren imposanten Pyramide „El Castillo“ (Die Burg) man den astronomischen Mayakalender bewundern kann. Besagte Pyramide hat an jeder Seite eine Treppe mit genau 91 Stufen, zusammen mit der Sockelstufe ergibt dies die Zahl 365. Die Kalendertage im Jahr. Auch bei dieser Tour empfiehlt sich ein einheimischer Führer. Es lohnt sich!

Foto: Romina Brodhäcker
Foto: Romina Brodhäcker

Tikal-Guatemala

Die mitten im Urwald gelegene antike Stadt Tikal wurde ca. 700 v. Chr. errichtet. Die Anlage besteht aus hunderten Tempeln, Pyramiden und Ruinen. Wer hier mit einem Guide unterwegs ist, erhält nicht nur interessante geschichtliche Hintergrundinformationen, sondern auch eine genaue Erklärung, welches Gebäude welchen Nutzen hatte. Desweiteren erhöhen sich durch einen erfahrenen Guide die Chancen, Dschungelbewohner wie Brüllaffen oder Tukane mit eigenen Augen zu sehen. Nicht vergessen: Sonnencreme und Mückenschutz.

Medellin/Kolumbien

Mit 2,7 Mio. Einwohnern ist Medellin, bekannt auch als „Pablo- Escobar-Stadt“, nach Bogota (3,5 Mio.) die zweitgrößte Stadt Kolumbiens. Medellin strotzt nur so vor Kunst und Kultur. Fortbewegungsmittel numero uno ist die super moderne Metro, auf die die Einheimischen auch besonders stolz sind. Schnell, sauber und günstig.
Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Besuch der Downtown. Einfach ein ruhiges Plätzchen suchen und die Umgebung auf sich wirken lassen: fliegende Händler, Essensstände, Prostitution, Glücksspiel und Drogenhandel. Eine ganz besondere Atmosphäre, die man einfach erlebt haben muss. Tipp: An einer Streetwalking Tour teilnehmen. Kostet, bis auf ein Trinkgeld, nichts und lohnt sich in jedem Falle.

Wie ihr seht, ist Mittelamerika unglaublich facettenreich. Traumstrände, wunderschöne Berglandschaften, Dschungel, Hippiedörfer und Großstädte auf der einen Seite. Auf der anderen aber auch unglaubliche Armut, leidende Tiere und niedrige Hygienestandards. Hauptfortbewegungsmittel ist übrigens der Bus. Von klimatisierten Fernbussen bis hin zu abgewrackten früheren Schulbussen war hierbei alles vertreten. Schlussendlich bleibt zu sagen, dass ich jedem, der die Möglichkeit hat, einen solchen Trip zu unternehmen, dies auch ans Herz lege. Auch wenn drei Monate ohne Familie, Hund, Partner und Freunde nicht immer einfach sind, die positiven Erfahrungen überwiegen einfach. Und das Erlebte nimmt einem keiner mehr.