„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

, , Kommentar schreiben

Teil 26: Michael K. vs. Michael W.

Autor: Bert Bims

Machen wir uns nichts vor, es war das redaktionsinterne Highlight des vergangenen Monats: Der Oberbürgermeister ruft in der Redaktion an und bedankt sich für eine WO! Satire-Ausgabe, bei der er sich einige Male beinahe in die Hosen gemacht hätte. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal Herr Bims, haben Sie sich eigentlich auch schon mal eingenässt?“

Ich nicht, aber unser Verlagschef. Deshalb möchte ich vorab als Jurypräsident der WO! Kommission, die jüngst dem Wormser Schauspieltalent Peter Englert die Trophäe für den Titel „Wichser des Jahres“ überreicht hat, mit einem Gerücht aufräumen. Angeblich soll ein Zuschauer bei der letztjährigen Premiere der Nibelungen Festspiele, nur wenige Sekunden nach Englerts legendärer Wichsszene im Badezuber, sprungartig von seinem Platz aufgesprungen sein, weil ihn dies so aufgegeilt hätte, dass er sofort eine Toilette aufsuchen musste, um selbiges zu tun, womit Peter gerade für einen erotischen Höhepunkt auf der Bühne gesorgt hatte. Das wollten die anderen Jurymitglieder tatsächlich genau so in der offiziellen Begründung stehen haben. Dabei ist das natürlich Quatsch. Der Typ, der sich da mitten im Stück von seinem Platz erhoben und fluchtartig die Zuschauertribüne verlassen hat, war unser Chef, der sich beim Anblick von Englerts Wichserei vor lauter Lachen spontan eingenässt hatte. Anders als unser OB, dem das ja nur beinahe passiert wäre, als er unsere Satireausgabe gelesen hat. Dabei hatten wir ihm doch im letzten Heft sogar seinen Rücktritt angedichtet, getreu dem Motto „Ich habe genug Schaden angerichtet“. Und was soll man sagen? Wir haben damit unbewusst für genau die Zustimmung gesorgt, die sich ein Oberbürgermeister wünscht. Gerüchten zufolge soll Kissel zu seinem vermeintlichen Rücktritt mehr Glückwunschtelegramme als zu seiner Wiederwahl als OB erhalten haben. Wobei ich ja immer wieder Lesern begegne, die der Meinung sind, wir würden immer noch viel zu milde mit Kissel gehen: „Gebt es doch zu, insgeheim mögt ihr den sogar!“ Aber wie hat der Opa eines Freundes früher immer gesagt: „Ich hab schon seit 10 Jahren Magengeschwüre, aber irgendwann gewöhnt man sich halt an alles.“ Von daher werden wir unseren OB auch weiterhin kräftig auf die Schippe nehmen. Jetzt, wo er sogar anruft und sich dafür bedankt….

Michael K. vs. Michael W.
Sechzig ist er geworden. Innerlich also ein „altes Gelerch.“ Aber rechtzeitig zum Ehrentag hat sich der OB in super Verfassung präsentiert, weil er den Sport wieder entdeckt hat. Da könnte sich dieser dicke Türkenbub, der für die NPD im Wormser Stadtrat sitzt, mal ein Beispiel nehmen. Anstatt so einen Blödsinn zu fordern und Anträge zu stellen, die er selbst nicht versteht, sollte er lieber mal ein bisschen Sport treiben. Für den Fall der Fälle, wenn er mal wieder Stress mit dem OB hat. Ihm das Mikrofon in der Stadtratssitzung abzudrehen, war noch das Mindeste, hat Kissel anschließend verkündet. Intern soll der OB, der laut aktuellen Messungen anhand seiner Laktat-Werte über die Fitness eines 23-jährigen Triathleten und den Punch eines Super-Mittelgewichtlers wie Arthur Abraham verfügt, sogar damit gedroht haben, dem NPD-Mann beim nächsten verbalen Ausrutscher „de Frack zu vernähe“, wie man in Worms so schön sagt. Und ich sag Ihnen eines: Gegen einen Kissel, der derart rank und schlank ist, hätte der Mops von der NPD nicht den Hauch einer Chance. Wenn der ausholt, hat sich Kissel schon längst, tänzelnd wie einst Muhammad Ali, weggeduckt und seinerseits eine krachende Linke (na klar!!) an Weicks Auge befördert. An sein rechtes natürlich…

Weitere Anträge, die noch folgen könnten:
Wir sind uns hoffentlich einig, dass dieser Typ gestoppt werden muss, bevor er noch weiter im Stadtrat rum nervt und sinnlose Anfragen stellen kann. Zum Beispiel: Extrasteuern für Stadtratsmitglied Andreas Wasilakis!! Begründung: Er ist Grieche und liegt ganz Europa auf der Tasche. Oder sofortige Umbenennung von Carlo Riva in Karl Riefensthal. Mit dem Antrag, Pierre Tchokoute Tchoula wegen „Unausprechlichkeit des Namens“ aus einem deutschen Stadtrat auszuschließen, war der NPD-Mann bereits gescheitert. Aber vielleicht probiert er es einfach nochmal mit Serdar Uzatmaz, der ist auch von der SPD. Mit denen hatten die Rechten in den Dreißigern ja auch so ihre Probleme. Der widerlichste und abscheulichste Antrag, den Michael W. jemals gestellt hat oder noch stellen wird, stellt jedoch alles andere in den Schatten: Zwangsabrasierung von Klaus Karlins Schnurrbart!! Begründung: Karlin würde damit aussehen wie ein Moslem und er als Urdeutscher (mit nicht definierbaren ausländischen Einspritzern im Stammbaum) fühle sich dadurch bedroht.

WO! meint: De Karlin ohne Rotzbrems? Keine Schnenkelbürste mehr? Wie soll das dann weitergehen? Sind davon dann auch Kosubek und Kessel von der CDU betroffen? Nie mehr Politiker mit Pornobalken auf den Wahlplakaten? Das ist eine absolut unvorstellbare, geradezu menschenverachtende Forderung. Von daher geben wir die Hoffnung nicht auf, dass unser OB dem Weick beim nächsten Mal „uff die Schnuut bumbt“, damit widder Ruh is im Stadtrat!! Bevor der Karlin noch seinen Schnorres zwangsabrasiert kriegt.