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SchUM-Stätten langfristig sichtbar und zugänglich machen

Eine Pressemitteilung des MdL Dirk Beyer:

Der Wormser Landtagsabgeordnete und welterbepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dirk Beyer, hat das Stadtarchiv Worms besucht und sich dort mit Bereichsleiter Dr. Gerold Bönnen, seinem Stellvertreter Aquilante De Filippo und der Verantwortlichen fürs Stadtarchiv Katharina Gernegroß über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsprojekte im Bereich der Welterbe- und Stadtgeschichtsforschung ausgetauscht. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die SchUM-Forschung, die Weiterentwicklung der städtischen Archivstrukturen sowie Fragen zur nachhaltigen Dokumentation des historischen Erbes in Worms.

Dr. Bönnen erläuterte die zentrale Rolle des Stadtarchivs für den Welterbekontext: Die Einrichtung war zusammen mit anderen Institutionen an der Erarbeitung des Antrags zur Anerkennung der SchUM-Stätten als UNESCO-Welterbe beteiligt und betreut seit vielen Jahren die jüdischen Museen, die Synagoge, sowie Besucherinnen und Besucher aus jüdischen Communities weltweit. Zudem treffen regelmäßig zweimal jährlich die UNESCO-Beobachter IN WORMS ein, um sich über den Stand der Pflege und Vermittlung des Welterbes zu informieren.

Ein zentrales Thema des Austauschs war der geplante Aufbau einer Forschungsdatenbank SchUM in Worms. Beyer und Bönnen betonten die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Dokumentation und Vermittlung, um die historische Tiefe der SchUM-Stätten langfristig sichtbar und zugänglich zu machen.

Aquilante De Filippo von der unteren Denkmalschutzbehörde wies außerdem auf den wachsenden Bedarf abgestimmter Prozesse in Denkmalpflege und Fotoarchiv hin. Hintergrund seien die hohe Zahl an Besucher- und Forschungsanfragen – darunter viele Anfragen jüdischer Familien sowie Migrantinnen und Migranten, die archivalische Unterlagen zur Verwandtensuche benötigen. „Die Relevanz eines digitalen Archivs und einer zentralen Datenbank steigt stetig“, ergänzt Katharina Gernegroß.

Mit Blick auf den geplanten Rathaus-Umzug besprachen Beyer, Bönnen, De Filippo und Gernegroß zudem den Umgang mit dort zu erwartenden historischen Fundstücken. Beide unterstrichen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Bewertung und systematischen Archivierung, um stadtgeschichtlich relevante Bestände langfristig zu sichern.

Am Ende des Gesprächs formulierte Prof. Dr. Bönnen konkrete Wünsche an den Landtagsabgeordneten: Dazu zählen der Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs für kommunale Daten (sowie die Schaffung landesweiter Digitalisierungslösungen, die in Rheinland-Pfalz bislang fehlen). Ziel sei eine einheitliche, sichere Archivstruktur, die Forschung, Verwaltung und historische Nachweisführung gleichermaßen zugutekommt.

Dirk Beyer dankte Dr. Bönnen für den intensiven Einblick in die vielfältigen Aufgaben des Stadtarchivs: „Die Arbeit des Stadtarchivs ist für die Bewahrung unseres kulturellen Erbes unverzichtbar. Besonders die SchUM-Stätten verdienen bestmögliche Unterstützung – nicht nur historisch, sondern auch strukturell und digital. Die Anliegen nehme ich gerne mit nach Mainz.“