Teilzeitfrauen in Pailletten, Strass und Federn

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Chapeau Claque & Friends-Travestierevue

Autorin: Christine Ziegler

22. November 2014
Das Wormser (Theater) in Worms:

Ganz leicht fällt es nicht, eine Kritik über diesen bunt glitzernden Abend zu verfassen. Es war erotisch heiter, dennoch fehlte etwas…

Glitzernde Pailletten, funkelnder Strass-Schmuck, Federn, hochgetürmte Perücken-Outfits, die nicht einmal der „Red Carpet“ zu Gesicht bekommt. Gastgeberin Fanny Davis, die bereits seit 20 Jahren als Travestie-Künstlerin durchs Lande zieht, überraschte mehr als einmal – unter leisem Raunen im Saal – mit neuen schillernden Kostümen ihre Gäste. Abwechselnd überließ sie ihren „Freunden“ die Bühne. Ob Frollein Dörthe aus Mannheim, Tipsy Tailer aus Köln oder nicht Travestie-Künstler Marco, der sich 2007 Fanny anschloss. Es erwarteten uns – neben flotten Sprüchen – Playback-Nummern von Marianne Rosenberg über Mireille Mathieu bis hin zu den Weather Girls. Mit langen Beinen in High Heels, in denen nur Supermodels oder eben Travestie-Künstler zu gehen vermögen, stöckelte Fanny Davis zwischendurch von der Bühne, um anzüglich-freche Pläuschchen zu halten und gab den faszinierten Gästen so die Möglichkeit, einen Blick aus nächster Nähe auf das perfekt sitzende üppige Make-up zu erhaschen. Immer wieder kokettierte die Teilzeitfrau mit Handgriffen zu Frisur, Oberweite oder Gemächt, ob auch alles sitzt. Neben Fanny sang Marco als einziger live, was bei seinem elanlosen Gesang ein Playback souveräner hätte lösen können. So klang seine Version von Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ flach und energielos. Alles in allem machten die „Herren Damen“ ihren Job erhofft lasziv-unterhaltsam. Wie bei einigen Travestie-Shows entledigten sich die Teilzeitfrauen nach den Zugaben am Ende ihrer gut zweistündigen Show, unter den Klängen der deutschen Version von Sinatras „My way“, ihres Make up‘s und entließen die Zuschauer in den kalten Samstagabend.

Fazit: Alles in allem hätte man sich mehr Drive gewünscht. Besonders von „Pausenclown“ Marco mit seinem mittelmäßigen Livegesang hätte man mehr Energie erwartet. Die Power des Abends ging definitiv von der Gastgeberin aus, die „fresch Gosch“ hätte man sich gerne noch länger anhören können.