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VOM ÄMTERHAUS ZUM ZUKUNFTSHAUS

Business Campus im Herzen der Stadt eingeweiht

Den meisten Wormsern dürfte das prachtvolle Haus am Adenauerring 1 bestens bekannt sein, denn dort befand sich viele Jahrzehnte die Stadtverwaltung. Wer nun über das Hauptportal das Haus betritt, dürfte erstmal staunen.

1912 wurde das im neubarocken Jugendstil gebaute Gebäude als Sparkassen Hauptstelle eröffnet, ehe es 1984 von der Stadt übernommen wurde und viele Jahrzehnte die Anlaufstelle für zahllose Antragsteller war. Doch das rund 4.500 Quadratmeter große Haus zeigte im Laufe der Jahre Ermüdungserscheinungen und wurde zudem zu eng. Die Stadt zog aus und eröffnete an anderer Stelle das bis heute bei den Bürgern umstrittene Bürgerrathaus. Die Eigentümergesell- schaft Timbra entschied schließlich, das Haus für eigene Zwecke zu nutzen. Gemeinsam mit dem Unternehmer Harald Christ beschloss Timbra Geschäftsführer Tim Brauer, aus dem Gebäude nicht einfach ein Bürohaus zu entwickeln, sondern einen schicken Business Campus – mit allem, was dazu gehört. Und das ist vor allem Platz im Eingangsbereich, dem sogenannten Atrium.

Wo einst der Bürgerservice und die KfZ-Zulassungsstelle rustikalen Amtsschimmelcharme verströmten, lädt nun ein modern gestalteter Eingangsbereich zur kreativen Pause mit einem edlen Tischkicker oder zum Lümmeln in den Sofalandschaften ein. Kunstvolle Lampen zieren die Halle und ein Glasdach gewährt echtem Licht den Zugang zum Gebäude. Das wahre Herzstück sind aber natürlich die Firmen, die sich in diesem Campus versammeln. Zehn sind es im Moment. Viel mehr dürfen es aber nicht mehr werden, da man nur noch über eine Bürofläche verfüge, wie Brauer bei der Einweihung erklärte. Für Brauer und Christ ist klar, dass dieses Projekt keine Gewinne abwerfen wird.

vlnr Harald Christ, Daniela Schmitt, Stephanie Lohr und Tim Brauer

Vielmehr geht es um die Idee, jungen Startups wie Lindwurm, dem Softwareentwickler Aiddevs oder dem Startup Verein Digital Hub eine sich gegenseitig befruchtende Heimat zu geben. Beide Investoren hoffen, dass sich das 11-Millionen-Euro-Projekt zum Leuchtturm für die Wirtschaft entwickelt und Nachahmer findet. Neben den genannten Firmen haben auch die Timbra Group, das Stadtmarketing, die IHK Rheinhessen, Crateflow GmbH, HRzlich GmbH und Powerprozesse GmbH sowie Climate Connection hier eine Heimat gefunden.

Text: Anja Schreiber, Fotos: Andreas Stump