„Danke“ Feldhamster

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Worms steht an der Spitze in Sachen Gewerbesteuer

Als das seit Jahrzehnten geplante Gewerbegebiet „Zum hohen Stein“ vor den Toren von Worms-Heppenheim im letzten Jahr endgültig an einem kleinen Feldhamster gescheitert ist, da war das Murren des Oberbürgermeisters groß. Schließlich war damit die letzte Hoffnung dahin, ein größeres Gebiet gewerblich zu erschließen, gehen der Stadt Worms doch schlichtweg die Gewerbeflächen aus. Deshalb müssen eben seit Jahresanfang die bestehenden Firmen tiefer in die Tasche greifen.

Wer sich in einem städtischen Haushalt etwas auskennt, der weiß, dass eine Stadtführung nur wenig Spielraum auf der Guthabenseite hat. Deshalb sind es vor allem die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer, an deren Schraube Lokalpolitiker gerne drehen. Eine der Steuern, die in wirtschaftlich schlechten Zeiten auch mal rapide sinkt, aber in guten Zeiten oft angehoben wird, ist die Gewerbesteuer, stellt diese doch die wichtigste originäre Einnahmequelle der Gemeinden in Deutschland dar. Deshalb hängt der wirtschaftliche Erfolg einer Stadt zu einem Großteil auch von ihren Gewerbebetrieben ab. Läuft es bei denen gut, geht es in der Regel auch der Stadt ganz gut. Dumm wird es nur, wenn eine Stadt keine Gewerbeflächen mehr hat und sich damit weitere Einnahmen verbaut, weil sich keine neuen Firmen (Stichwort: Arbeitsplätze!) mehr ansiedeln können. Vereinzelt gibt es zwar noch brachliegendes Gelände, jedoch sind weder an der B9 Richtung Norden noch im Wormser Süden größere Flächen frei. Da mit dem gescheiterten Gewerbegebiet „Zum hohen Stein“ auch diese Hoffnung auf eine neue Gewerbeansiedlung dahin war, haben SPD und CDU Anfang des Jahres ernst gemacht und nur drei Jahre nach der letzten Erhöhung den Hebesatz erneut um 10% angehoben, wodurch Worms in der Region an der Spitze (410) liegt. Und die Unterschiede sind teilweise gravierend. Verlegt z.B. jemand sein Versicherungsbüro von Worms nach Osthofen, liegt der Hebesatz nur bei 365% (ebenso in Guntersblum oder Gimbsheim), in Eich sogar nur bei 352%. Siedelt man sein Gewerbe rechtsrheinisch an, zahlt man ebenfalls erheblich weniger (Bürstadt, Lampertheim je 350%, Bensheim 355%, Heppenheim/ Bergstraße 380%). Richtung Süden sind ebenfalls fast alle Städte gewerbefreundlicher. Einzig Mannheim verlangt in der näheren Umgebung noch mehr Gewerbesteuer, kann aber auch mit einem kauffreudigeren Publikum punkten. In Worms dagegen müssen die wenigen Firmen, die überhaupt Gewinne erwirtschaften, ständig tiefer in die Tasche greifen, um den seit knapp zehn Jahren dauerüberzogenen Wormser Haushalt wenigstens ein bisschen freundlichen zu gestalten.