Kammermusiksaal der Wormser Lucie Kölsch-Musikschule wird historischen Musikerinnen und Musikern aus der Stadt gewidmet
Eine Pressemitteilung der Stadt Worms:
Der Kammermusiksaal der Wormser Lucie Kölsch-Musikschule wird fortan historischen Musikerinnen und Musikern aus Worms gewidmet. Dazu schmücken den Saal jetzt Portraits mit biographischen Angaben der Geehrten, die in Worms geboren wurden oder wirkten:
Henny Trundt – Opernsängerin
* 29. August 1897 in Worms; † 29. Juni 1998 in Bad Neuenahr
Henny Trundt gab ihr Debüt als Sopranistin 1919 in Mainz, ging dann nach Köln, wo sie bis 1933 blieb, gastierte 1927 und 1928 bei den Bayreuther Festspielen, sang 1929 in Paris und trat ebenso in Amsterdam, Berlin, Stockholm, Monte-Carlo, Mailand und in Madrid auf. Von 1933 bis 1939 war sie an der Frankfurter Oper engagiert. Ihre bedeutendsten Rollen waren: Brünnhilde (Der Ring des Nibelungen), Isolde (Tristan und Isolde), Kundry (Parsifal), Färberin (Die Frau ohne Schatten), Marschallin (Der Rosenkavalier), Leonore (Fidelio), Amelia (Ein Maskenball), Sieglinde (Die Walküre), Berthalda (Undine) und Fricka (Der Ring des Nibelungen).
Rudi Stephan – Komponist
* 29. Juli 1887 in Worms; † 29. September 1915 bei Tarnopol
Rudi Stephan wuchs als Sohn einer wohlhabenden Juristenfamilie in Worms auf und studierte bei Bernhard Sekles in Frankfurt und Rudolf Louis in München, wo er 1911 seine ersten Kompositionen präsentierte. Aufgrund seines frühen Kriegstodes konnte er nur wenige Werke vollenden. Schon zu Lebzeiten wurde er als einer der talentiertesten deutschen Komponisten seiner Generation angesehen. Seine Musik steht auf der Schwelle zwischen Spätromantik und Moderne, mit Einflüssen von Wagner, Impressionismus und frühem Schönberg, z.B. „Musik für Orchester“, „Musik für sieben Saiteninstrumente“ und die posthum uraufgeführte Oper „Die ersten Menschen“.
Manfred Heyl – Komponist und Pädagoge
* 26. Dezember 1908 in Friedberg; † 3. Januar 2001 in Worms
Manfred Heyl studierte an der Mannheimer Musikhochschule Komposition bei Friedrich Eckart sowie Klavier bei Willy Rehberg und war anschließend in seiner oberhessischen Heimat als freischaffender Komponist und Musiklehrer tätig. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft zog er 1946 nach Worms und arbeitete als Lehrer an der Jugendmusikschule. Als Manfred Heyl im Alter von 92 Jahren verstarb, hinterließ er der Nachwelt ein umfangreiches, nahezu alle Gattungen der Instrumental- und Vokalmusik umfassendes kompositorisches Œuvre.
Friedrich Gernsheim – Komponist und Pianist
* 17. Juli 1839 in Worms; † 10./11. Sept. 1916 in Berlin
Friedrich Gernsheim studierte Klavier bei Ignaz Moscheles und Violine bei Ferdinand David in Leipzig sowie in Paris, wo er sich weiterbildete. Er war als Pianist, Dirigent und Lehrer tätig, unterrichtete in Köln und Rotterdam – wo er Johannes Brahms förderte – und leitete ab 1892 das Sternsche Konservatorium in Berlin. Zu seinen Werken zählen vier Sinfonien, zahlreiche Kammermusiken, Klavierstücke sowie Chorwerke, die von Brahms und Mendelssohn beeinflusst sind und romantische Klarheit mit formaler Stärke verbinden. Sein Œuvre wird heute neu entdeckt.
Auslöser der Aktion war die Übergabe eines Teilnachlasses der Opernsängerin Henny Trundt durch die Wormserin Renate Bayer an die Lucie Kölsch-Musikschule und das Stadtarchiv Worms im Januar.

(V.l.n.r.) Dr. Jörg Koch, Stadtarchivleiter Prof. Dr. Gerold Bönnen, Renate Bayer, Bildungsdezernent Waldemar Herder und Musikschulleiter Wolfgang Neidhöfer bei der Übergabe des Teilnachlasses von Henny Trundt am 15. Januar 2026.
Wolfgang Neidhöfer, Leiter der Lucie Kölsch-Musikschule, in der „Galerie“ Wormser Musiker-Persönlichkeiten.
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