Da im letzten Jahr alle Kölumnen mit einem Songtitel anfingen, setzen wir das mal konsequent hier um.
„Wir sind auf der Suche, wir lieben das Leben, keiner weiß, wohin wir wirklich streben.
Wir sind gefangen in unserer Welt, Schuld Hass, Kapital, genannt Geld.
….
Wir gehen steil, wir gehen steil
Wir gehen steeeeeil (denn es ist Zeit) Wir gehen steil, wir gehen steil
Wir gehen steeeeeil (Seid ihr bereit?)“
aus „Steil“ von Döftels (2013)

wieso verbringt jemand stundenlang damit, Akkorde und Verse zu lernen, trifft sich in schimmligen Kellern, gibt viel zu viel Geld für Instrumente und Equipment aus, schleppt am Wochenende eine Tonne Material den Keller hoch, lädt sie aus und schleppt die Tonne dann wieder nachts in den Keller und hat davon, außer Spaß, rein gar nichts? Es kann dafür nur eine plausible Lösung geben: Diese Person spielt in einer Band! In den Musikschulen heißt es immer in Wörkshops oder im Unterricht, man solle doch möglichst in eine Gruppe oder eine Band gehen, um gemeinsam mit anderen Menschen Musik zu machen und das eigene Spiel in einem Zusammenspiel zu verbessern. Irgendwie stimmt das ja auch, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Wer an dieser Stelle denkt: Klar, die andere Hälfte der Medaille sind Sex, Drugs and Rock‘n‘Röll. Auch an dieser Stelle muss man enttäuscht werden, denn das ist nur ein kleiner Teil und wer es hiermit übertreibt, kommt meist nicht sehr weit. Sowohl in der Musik, als auch im richtigen Leben. Ich habe seit meinem 15. Lebensjahr das Privileg, in einer Band spielen zu dürfen und wenn man mich fragt, um was es wirklich geht bei einer Band, dann ist es mit einem Wort beschrieben: Freundschaft! Eine Band ist eine kleine ausgewählte Einheit an Menschen, die man in sein Leben lässt, vor denen man Unzulänglichkeiten zugeben muss, die Geheimniswahrer sind, denen man sein Kunstverständnis vörbringt und mit denen man teilweise mehr Zeit verbringt wie mit der eigenen Freundin. Es ist also auch gar nicht verwunderlich, dass sich Bands so häufig streiten und es in der Geschichte der Musik immer wieder zu heftigen Zerwürfnissen gekommen ist. In meinem Fall kann ich dazu sagen, dass eigentlich jede Person, die mit mir in dieser Band Döftels gespielt hat, ein Teil meines Lebens bleiben wird. Mal mehr, mal weniger intensiv. Aber das Gefühl der Freundschaft, diese Person so gut zu kennen, das bleibt. Schließlich erlebt man auch allerhand miteinander. Autopannen, gefeierte Auftritte, Trennungen, frustrierte Besäufnisse, Geburten, freudige Besäufnisse und Ausflüge in die einzigartige Welt der Bühnen dieser Welt.

Wenn ich zurückblicke, ist es auch einfach vollkommen irre, wie viele Orte und Menschen ich nur deswegen kennengelernt habe, weil ich in einer Band spiele. Wahrscheinlich würde ich öhne die Döftels auch nicht heute diese Kolumne schreiben dürfen. Schließlich war es die ehemalige Freundin unseres Chefredakteurs, die auf mich zukam und sagte: „Der Frank will dich mal kennenlernen und will, dass die Döftels bei „5 Jahre WO! Magazin“ spielen.“ Und zack bin ich hier im Magazin gelandet. Überhaupt wird mir klar, was ich der Band zu verdanken habe. Wäre ich bei den NibelungenFestspielen gelandet? Wahrscheinlich nicht, schließlich waren die Döftels als Band für einen FilmEinspieler 2012 engagiert worden. Hätte es einen Backfischfestblog und eine Terence Hill Brücke gegeben? Wahrscheinlich nicht, auch das wurde alles mal aus einer DöftelsBierlaune geboren.

Früher war es so, dass die Menschen dachten, ich würde „Döftel“ mit Nachnamen heißen, die waren ganz erstaunt, als sie feststellten, dass ich eigentlich „Jim Walker jr.“ heiße (auch wieder so ein DöftelsDing). Ich muss sagen, manchmal erfüllt es mich echt mit Stolz, wenn die Leute positiv über uns als Band sprechen und erzählen, was sie mit uns verbinden und wie sehr ihnen der oder der Song gefällt.
Ob wir das in 20 Jahren noch machen? Wer weiß das schon, aber bis hierhin hatte ich verdammt viel Spaß! Danke dafür!

Bis nächsten Monat. Jim Walker jr.

PS: Es gibt auch was zu gewinnen, wir verlösen 2 × 2 Tickets für das Jubilä
umskonzert am 30. Mai 2026. Was man dafür tun muss? Einfach die Anzahl an der „Ö“s in dieser Kolumne zählen und an info@womagazin.de schicken. (Kleiner Tipp: Es zählt die ganze Seite und nicht alle müssen richtig gesetzt sein.)