Worms Stück für Stück: Ein Spektakulum der mittelalterlichen Kleinkunst
Eine Pressemitteilung der KVG Worms:

Im Mittelalter war alles einfach, dreckig und dunkel – wird immer gesagt, doch die mittelalterlichen Fibeln des Museums im Andreasstift zeichnen ein anderes Bild.
Mit roten Steinen besetzt, filigran gearbeitet und in die unterschiedlichsten Ausformungen gebracht, stellen unsere Fibeln, die Vorgänger der Sicherheitsnadeln, die Modetrends des 6. Jahrhunderts auf den Kopf. Nur auf wenige Zentimeter breitem Material wurden kunstvolle Abbildungen geschaffen – und das mit einer wassergefüllten Glaskugel als Lupe? Vor allem zoomorphe Fibeln, also Tierdarstellungen, wurden ab 460 beliebt. Explizit Vogelfibeln waren zwischen 510 und 555 n. Chr. besonders begehrt. Die qualitätvollen Exemplare, wie die in Worms-Wiesoppenheim gefundene, ganzflächig mit Almandinen besetzte Vogelfibel, zeugen von Prunk und einem geschickten Handwerk. Selbst den so genannten „steinlosen Vogelfibeln“ wurde noch ein Almandin als Auge verliehen.
Tiere waren im Mittelalter allgegenwärtig: Sie halfen bei der Arbeit, dienten als Nahrungsquelle, Wärmespender und Alarmanlage. Darüber hinaus prägten sie als Symbolträger Kunst und Kultur. Sie fungierten immer wieder als Verkörperungen von christlichen Tugenden oder Sünden. Also kein Wunder, dass wir sie auch in Form von Schmuckgegenständen wiederfinden.
Eine einmalige Zusammenstellung aus sieben mittelalterlichen Tierfibeln kann nun für einen Monat im Museum der Stadt Worms im Andreasstift bestaunt werden. Alle zu sehenden Objekte stammen aus dem 6. Jahrhundert und sind Zeugen der kunstvollen Schmuckverarbeitung vor über 1000 Jahren.
Text & Bild: Jennifer Trenkel (Museum Andreasstift, Worms)



