Zum Ableben von Oberbürgermeister a.D. Gernot Fischer
Eine Pressemitteilung der Stadt Worms:

Oberbürgermeister Gernot Fischer mit Amtskette. © Stadt Worms / Stadtarchiv – Foto: Gawlik
Mit Gernot Fischer verliert die Stadt Worms einen Menschen, der über viele Jahre hinweg die Geschicke der Stadt maßgeblich gestaltet und geprägt hat. In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt Worms von 1987 bis 2003 brachte Fischer eine dynamische Stadtentwicklung auf den Weg und initiierte zahlreiche bedeutende, zukunftsweisende und weit über die Stadtgrenzen hinauswirkende Projekte.
Von 1980 bis 1987 vertrat Gernot Fischer den Wahlkreis Worms im Deutschen Bundestag, wo er unter anderem als Mitglied des Innenausschusses maßgeblich an wichtigen Gesetzgebungsverfahren beteiligt war. Bereits als Abgeordneter setzte er sich mit großem Engagement für zentrale Wormser Anliegen ein, insbesondere für den Bau der zweiten Rheinbrücke und die B 47-Südumgehung.
Während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister war ihm die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Worms ein wichtiges Anliegen. Durch die Gründung eines Arbeitsförderbetriebs und einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft konnten Arbeitsplätze erhalten, Unternehmen angesiedelt und neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden. Zudem führte er eine regelmäßige Bürgersprechstunde ein, bei der er sich Zeit für rat- und hilfesuchende Bürgerinnen und Bürger nahm. Darüber hinaus setzte er sich mit Nachdruck für den Ausbau sozialer Einrichtungen, Kindergärten sowie der Hilfs-, Pflege- und Beratungsdienste ein, um eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Einen besonderen Stellenwert hatten für ihn zudem die Pflege und der Ausbau der Städtepartnerschaften.
Zu den herausragenden Beispielen seines Wirkens zählen die Konversionsmaßnahmen auf dem Liebenauer Feld und der Prinz-Carl-Anlage, die Zusicherung zum Bau der zweiten Rheinbrücke, die Rheinufergestaltung mit der Neuordnung des Festplatzes, die Umgestaltung der Wormser Fußgängerzone mit dem Bau der Kaiserpassage, die EWR-Stadtwerke-Fusion, der neu gestaltete Busbahnhof, die Planung zur Neugestaltung des gesamten Bahnhofsumfelds sowie die Premieren der Nibelungenfestspiele und des Jazzfestivals.
Auch in zahlreichen weiteren Funktionen setzte sich Gernot Fischer mit großem Engagement für die Belange der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger ein. Er war viele Jahre lang Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Städtetages Rheinland-Pfalz, Mitglied des Präsidiums und des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages, Verbandsvorsitzender des Sparkassen- und Giroverbandes Rheinland-Pfalz, Mitglied der Gewährträgerversammlung der Landesbank Rheinland-Pfalz, Vorstandsmitglied der Planungsgemeinschaften Rheinhessen-Nahe und Rheinpfalz sowie Mitglied des Verwaltungsrates und der Verbandsversammlung des Raumordnungsverbandes Rhein-Neckar. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen Aufsichtsräten und Kuratorien mit, darunter von Beginn an in der von ihm initiierten Stiftung RWE für Worms sowie im Kuratorium der Nibelungenfestspiele. Zudem engagierte er sich 16 Jahre lang als Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe Worms und bis 2014 als Vorsitzender des Fördervereins der Dreifaltigkeitskirche.
Für seine herausragenden Verdienste erhielt Gernot Fischer zahlreiche Auszeichnungen. So wurde ihm im Jahr 2002 aus den Händen des damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am 26. April 2017 erhielt er zudem den Ehrenring der Stadt Worms.
Gernot Fischer war ein Oberbürgermeister mit Herz und Verstand, der sein Amt offen, nahbar und dialogorientiert ausübte. Stets suchte er das Gespräch mit Menschen, Vereinen, Verbänden, Organisationen und Institutionen. Sein Wirken hat die Entwicklung der Stadt Worms nachhaltig geprägt und zahlreiche Impulse hinterlassen, die bis heute sichtbar sind. Zugleich wird er vielen Menschen in Worms als geselliger, lebensnaher und den Menschen zugewandter Wegbegleiter in Erinnerung bleiben.
Oberbürgermeister Adolf Kessel sprach den Angehörigen im Namen des Stadtrates, des Stadtvorstandes und der Stadtverwaltung Worms sowie auch persönlich sein aufrichtiges Mitgefühl und herzliches Beileid aus.
Gernot Fischer hat der Stadt Worms viel gegeben. Sie wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und dankbar bleiben für all das, was er für die Stadt und ihre Menschen getan hat. Sein Lebenswerk bleibt Verpflichtung und Vorbild zugleich.



