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Vom LKW-Fahrer zum Millionär

Firma TST feierte 35-jähriges Jubiläum im Eindruckwerk in Monsheim

Zum Jubiläum von Frank und Melanie Schmidt gratulierten auch der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, sowie dessen Nachfolger Gordon Schnieder (von links nach rechts)

Am 18. Juni 2026 luden die Eheleute Frank und Melanie Schmidt zur Firmenfeier „35+“ in das Eindruckwerk nach Monsheim ein. Mit Livemusik, Festreden und Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie Freunden und Geschäftspartnern wurde das Jubiläum von Firmengründer Frank Schmidt gefeiert, der mit seiner TST Gruppe zu den Global Playern des Landes zählt.

Die Erfolgsgeschichte des heute 60-jährigen Frank Schmidt begann 1990 mit einem Ein-Mann-Betrieb. Heute ist die TST Gruppe ein Global Player mit mehr als 80 Standorten in Deutschland, Europa und den USA. Mit seiner Frau Melanie und Geschäftsführer Marcel Bicking führt Schmidt eine Unternehmensgruppe, die aus etwa 30 Firmen besteht, rund 3.500 Mitarbeiter beschäftigt und einen geschätzten Jahresumsatz von über 400 Millionen Euro erzielt. Mit seiner Innovationsfreude und seinem Blick für logistische Optimierungen prägte Frank Schmidt das Unternehmen über Jahrzehnte und erhielt 2023 den renommierten „LEO Award“ für sein logistisches Lebenswerk. Das Besondere an dem Unternehmen mit Hauptsitz in Worms ist die Tatsache, dass es sich trotz der Größe des Betriebes vom Prinzip immer noch um ein Familienunternehmen handelt, bei dem 38 Mitglieder der Familie Schmidt beschäftigt sind. Frank Schmidt ist in einer Großfamilie aufgewachsen und war das jüngste von sechs Kindern. Allerdings hat erst die Loslösung von der Familie im Jahr 1990 den gigantischen Erfolg von TST ermöglicht.

„Ich werdet euch noch umgucken!“

Diesen Satz soll Frank Schmidt gesagt haben, als er 1990 den elterlichen Betrieb verließ (sein Vater war reiner Fuhrunternehmer), um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Da er mit seinen Ideen bei seinen älteren Brüdern, die als Führung gesetzt waren, nicht durchdrang, beschloss Schmidt, seinen eigenen Weg zu gehen. So fuhr er mit seinem LKW durch die Gegend und hatte zunächst keinerlei Ambitionen, mit seinem Unternehmen großartig zu wachsen, bis er 1994 die Chance erhielt, einen großen Auftrag zu übernehmen. Das war die Geburtsstunde von TST – Trans-Service Team. Der Name transportierte die zukünftige Mission: Transportieren mit Service im Team. Schon 1995 erkannte Schmidt, dass es auf dem Transportsektor zukünftig schwierig werden könnte und fokussierte sich mehr auf das Thema Logistik. Dazu gehörte auch, in den Materialfluss einzutauchen und nach innovativen Lösungen für seine Kunden zu suchen. Schmidt selbst schreibt sich das Talent zu, mit einem Blick logistische Optimierungspotenziale zu erkennen und ein Gefühl für Ideen und Innovationen zu haben. Diese Fähigkeiten haben ihm die Spitznamen „Daniel Düsentrieb“ und „Wickie“ nach dem ideenreichen Wikingerjungen („Ich hab’s“) eingebracht. Für den Schritt in die produktionsnahe Logistik waren große Lagerhallen nötig, 1996 hat TST die ersten drei Millionen Mark in eine Speditionsanlage investiert, 1998 folgte eine große Logistikanlage. Als sein Vater im Jahr 2000 seinen Betrieb aufgeben musste, übernahm Frank Schmidt dessen Unternehmen, sicherte alle Arbeitsplätze und legte fortan das Fundament für eine gewaltige Expansion, die TST zum Global Player machte, auch wenn der Kernmarkt weiterhin in Deutschland liegt.

Vom Ehrgeiz getrieben und sozial engagiert

Wie Schmidt bei der Jubiläumsfeier noch einmal ausdrücklich betonte, ist sein Unternehmen in all den Jahren organisch gewachsen. Dass er in den Anfangsjahren so manchen Kampf mit Banken ausfechten musste, schilderte Schmidt scherzhaft bei seiner Rede. Weiterhin beschrieb er sich selbst als jemanden, der vom Ehrgeiz getrieben ist und immer gewinnen will. Vermutlich sind das Tugenden, die unabdingbar sind, wenn man eine derartig erfolgreiche Karriere hinlegen will. Als Unternehmer engagieren sich Frank und Melanie Schmidt in vielfältiger Weise für Projekte wie die Wormser Tafel, Kindertagesstätten und die Obdachlosenhilfe. Sie unterstützen die Nibelungen-Festspiele und das Musikfestival „Jazz und Joy“. Im Sport sind sie als Hauptsponsor von Wormatia Worms und Premium-Partner des 1. FSV Mainz 05 aktiv. Mit einer Stiftungsprofessur an der Hochschule Worms haben sie zudem den Studiengang „Internationales Logistikmanagement“ mit initiiert. Bei der Jubiläumsfeier betonte Schmidt noch einmal ausdrücklich, dass es die Leidenschaft fürs LKW-Fahren war, die ihn anfangs angetrieben hat. Heute lebt er diese Passion mit seinem Wohnmobil aus und will mit seiner Frau noch viele Orte bereisen. Vermutlich fällt ihm dabei mal wieder eine Innovation ein, mit der er sein Unternehmen voranbringen kann. Ein Daniel Düsentrieb hat schließlich immer und überall gute Ideen.

WO! gratuliert zum Jubiläum zu einer beeindruckenden Firmengeschichte und wünscht den Eheleuten Schmidt alles Gute für die gemeinsame Zukunft.

 

Text: Frank Fischer / Fotos: Andreas Stumpf