Das Unmögliche möglich machen

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Gastspiel des Chinesischen Nationalcircus mit seinem Programm „Shanghai Nights“

26. März 2014
Das Wormser Theater:

25 Jahre tourt der Chinesische Nationalcircus mittlerweile durch Europa. Während die ersten Shows von Allround Künstler André Heller produziert wurden, betreut seit dem Jahr 2000 der Produzent Roul Schoregge die Truppe. Im Rahmen ihrer aktuellen Tour „Shanghai Nights“ machten sie in der Nibelungenstadt Halt, um mit ihrer atemberaubenden Akrobatik auch die Wormser ins Staunen zu versetzen.

Es war schon erstaunlich zu beobachten, zu was der menschliche Körper fähig sein kann. In knapp zweieinhalb Stunden wurde dem Zuschauer ein herausragendes Programm geboten, bei dem die irrwitzig schnelle Kartenakrobatik von Na Xiaonan fast noch harmlos anmutete. Einen einzelnen Höhepunkt zu benennen? Unmöglich! Fast schon physisch spürbar war es, den Männern zuzuschauen, wie sie mit riesigen Tontöpfen wahnwitzige Jonglagen synchron vollführten und das, ohne mit der Wimper zu zucken. Unsereins hätte wahrscheinlich schon im Vorfeld einen Termin beim Physio vereinbart. Nicht minder sprachlos machte ein blinder Schwertkampf oder eine Einradfahrerin, die sich auf einem großen Gymnastikball bewegte und dabei mit dem rechten Fuß einen Teelöffel in eine auf ihrem Kopf stehende Tasse beförderte. Auch eine Variante des Kistenkletterns gab es zu bestaunen, natürlich war es selbstredend, dass es die Truppe, nachdem eine stattliche Anzahl von Stühlen zu einem Turm aufgestapelt waren, nicht dabei beließ. Damit der Abend allerdings nicht einfach zur Nummernrevue verkam, hatte sich Produzent Roul Schoregge eine Rahmenhandlung, in der die Akrobaten eingebunden waren, ausgedacht. Mit stimmungsvollen Dekors und entsprechend fernöstlich geprägter Musik wurde die Geschichte eines Arbeiters beschrieben, der in den 30er/40er Jahren aus dem Norden Chinas nach Shanghai reiste. Ort des Geschehens war die Nachbildung eines Raumes, der eine Symbiose aus Opiumhöhle, Etablissements und Teehaus bildete.

FAZIT: Das Unmögliche möglich machen, so könnte man wohl am ehesten den Anspruch der 21 Artisten beschreiben, die mit atemberaubender Akrobatik bestens unterhielten. Zudem unterstrich das Team, dass zu einem gelungenen Zirkusvergnügen keine Dressurtiere notwendig sind. Lohn für die Mühe war ein restlos begeistertes Publikum.