KURZBIO 1968 in Worms geboren, ist der Historiker und Germanist unermüdlich unterwegs, der Geschichte der ältesten Stadt Deutschlands, literarisch immer wieder neue Facetten zu entlocken. Egal ob „Worms vor 100 Jahren“, „Das Wormser Nibelungen Lexikon“ oder dem schlicht betitelten Buch „Worms“, stets weiß der Mann mit netten Anekdoten und viel Wissenswertem zu unterhalten. Hauptberuflich unterrichtet er am Karolingengymnasium in Frankenthal. Bekannt ist Dr. Koch auch als Vorsitzender der Europa Union Worms und Vorstandsmitglied im Altertumsverein. Daneben engagiert er sich im „Förderkreis Museum Heylshof“, wo er regelmäßig bei Veranstaltungen Interessantes zu berichten weiß, so auch bei der Veranstaltung „125 Jahre Wormser Theater“ am 05. Juni 2016.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne dabei gewesen?
Bei der Erstfahrt des Zeppelins über Worms am 4. August 1908, als Passagier von Graf Zeppelin.

Welche historisch bedeutende lebende Person würden Sie gerne kennenlernen und was würden Sie sie fragen wollen?
Wenn ich das wollte, hätte ich das längst unternommen. Allerdings hätte ich für die Europa-Union gerne „Europäer der ersten Stunde“ wie Egon Bahr oder Hans-Dietrich Genscher als Zeitzeugen eingeladen und befragt, doch da komme ich zu spät.

Was ist Ihr Lieblingsort in Worms?
Für mich gibt es mehrere schöne Orte in Worms: am Rhein, der Heylshofpark, vor allem während der Nibelungen-Festspiele, und der Pfrimmpark einschließlich der Gaststätte „Zum Pfrimmpark“.

Was ist Ihr Lieblingsroman?
Den habe ich genau so wenig wie den „Lieblingsort“, doch gefällt mir gut „Der Stechlin“ von Theodor Fontane.

Welches Buch würden Sie gerne noch schreiben?
Ein Buch mit „originellen“ Schülerantworten. Es ist unglaublich, welch Abenteuerliches mir manchmal bei Klassenarbeiten und Hausaufgabenüberprüfungen geboten wird. Wenn ich in ca. 30 Jahren im Ruhestand sein werde, gebe ich ein solches Buch heraus – ich sammle jedenfalls schon eifrig dafür.

Rotwein oder Weißwein und welche Sorte?
Riesling(schorle)

Wie kann Europa wieder zu einer besseren Gemeinschaft werden?
Das Subsidiaritätsprinzip sollte stärker beachtet werden, die nationalen Parlamente sollten mehr Eigenständigkeit zurück erhalten. Ich wünsche mir ein überschaubares „Europa der Nationen“ und weniger Bevormundung aus Brüssel. Viele Europäer wollen keine politische Einheit, das sollte respektiert werden, schließlich sind die Mentalitäten zu unterschiedlich. Der Euro, so praktisch er für uns in einigen Urlaubsländern auch ist, hat die EU mehr entzweit als geeint. Die Verteidigungs- und Außenpolitik, auch Fragen der Wirtschaft können gemeinsam geregelt werden, doch andere Bereiche sollten in nationalstaatlicher Verantwortung liegen.

Was war in Worms vor 100 Jahren besser als heute?
Das Stadtbild, die prachtvollen Fassaden in der Innenstadt. Doch ich möchte in keiner anderen, früheren Zeit gelebt haben. So gut wie heute ging es uns noch nie.

Was sollte ein Wormser unbedingt in Frankenthal gesehen haben?
Das Karolinen-Gymnasium, dann sieht er nämlich, welch schöne, solide Schulgebäude es in Worms gibt. In den Schulen sollten sich Schülerschaft und Lehrerschaft wohl fühlen. Sehenswert ist auch das Wormser Tor, immerhin stammt es aus spätbarocker Zeit, von dort aus geht´s nämlich nach Worms…

Welches Unterrichtsfach mochten Sie als Schüler am wenigsten?
Kaum ein Fach mochte ich überhaupt. In der Oberstufe hatte ich donnerstagmorgens Religion und da habe ich mich mit meiner Nachbarin über die letzte Folge vom „Denver-Clan“ ausgetauscht, das war eine Familienserie aus den USA, die mittwochs um 21 Uhr ausgestrahlt wurde; heute genau so vergessen wie die „Familie Hesselbach“ aus den 60er Jahren. Und mit Grauen denke ich an drei meiner Lehrerinnen und Lehrer zurück. Vielleicht bin ich aufgrund dieser Erfahrung Lehrer geworden, ein „besserer“ Lehrer.