Der preisgekrönte Hofmann

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Nico Hofmann – der neue Intendant der Nibelungen Festspiele

Er ist kaum da und wird schon gefeiert. Welchen Hochkaräter die Verantwortlichen der Festspiele in die Nibelungenstadt locken konnten, wurde vielen Wormsern erst 2015 so richtig bewusst. Erst gab es einen Bambi, dann sogar einen Emmy für den neuen Intendanten der Nibelungen Festspiele, der wahlweise als Deutschlands größter, erfolgreichster oder umstrittenster Fernsehproduzent bezeichnet wird.

Dabei hat Nico Hofmann schon zahlreiche Preise für seine Arbeit einheimsen können. Als Regisseur wurde er 1995 für „Der Sandmann“ (mit Götz George in der Hauptrolle) mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und dem Bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Als Produzent erhielt er den Deutschen Kritikerpreis, den Deutschen Fernsehpreis, Bambis, Goldene Kameras, 2009 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und 2006 den Schillerpreis der Stadt Mannheim. Man könnte nun wahrlich nicht sagen, dass die beindruckende Karriere des Wahlberliners unbelohnt geblieben wäre. Das verwundert insofern nicht, da sich eine Auflistung der Fernsehfilme seiner Produktionsfirma „teamWorx“ wie der qualitativ hochwertige Teil der jüngsten TV-Geschichte liest. Mit seinen in den meisten Fällen als Zweiteiler ausgelegten Event-Produktionen wie „Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei“, „Die Sturmflut“ oder „Die Flucht“ hat Hofmann die deutsche Fernsehlandschaft der letzten Jahre entscheidend mit geprägt. Die FAZ schrieb über ihn: „Produzent Nico Hofmann macht aus Zeitgeschichte Unterhaltung fürs Fernsehen. Damit ist er so erfolgreich wie umstritten.“ Gleichwohl stehen Hofmanns Produktionen sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum hoch im Kurs. Seine Filme mit historischem Hintergrund wie „Stauffenberg“, „Nicht alle waren Mörder“ oder „Das Wunder von Berlin“ erzielten immer wieder Quotenerfolge mit über 5 Millionen Zuschauern. Das Antikriegsdrama „Dresden“ (2006) und der historische Zweiteiler „Die Flucht“ (2007) lockten bei der Erstausstrahlung über zehn Millionen Zuschauer an die Bildschirme. Und trotzdem fragte jemand im Forum der Wormser Zeitung, als der Nachfolger von Dieter Wedel verkündet wurde, wer denn „bitteschön Nico Hofmann sein soll“ – freilich ohne vorab wenigstes mal bei „Google“ nachgefragt zu haben. Seit 2015 wissen das immer mehr Wormser, denn in diesem Jahr gab es nun einen Bambi für das „TV-Ereignis des Jahres“, die MDR-Produktion „Bornholmer Straße“. Den Königsschlag erhielten Hofmann & Co. ebenfalls im abgelaufenen Jahr, als das ZDF-Weltkriegsepos „Unsere Mütter, unser Väter“ in New York mit dem International Emmy in der Kategorie TV-Film/Miniserie ausgezeichnet wurde. Der Film zählt mit Kosten in Höhe von knapp 15 Millionen Euro zu Hofmanns bisher aufwendigsten und teuersten Produktionen, wurde allerdings auch in knapp 150 Länder verkauft – darunter in die USA. Dort lief das Epos unter „Generation War“ und sorgte längst nicht nur für positive Kritiken. Speziell die Darstellung der Gestapo sei völlig inakzeptabel, weshalb B.A. Scott von der New York Times den Film als „fragwürdiges Geschichtsdrama“ beschrieb. Die International Academy of Television Arts & Sciences sah das offensichtlich anders und zeichnete „Unsere Mütter, unsere Väter“ mit dem International Emmy, einer der bedeutendsten Auszeichnungen für TV-Produktionen, aus. „Es ist der glücklichste Moment in meinem Berufsleben als Produzent!“ ließ Nico Hofmann anschließend verlauten. Man darf gespannt sein, ob ihn seine neue Tätigkeit als Intendant der Nibelungen Festspiele genauso glücklich macht.