Die fantastische Welt des Jazz

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Konzert des Jazzensembles L 14, 16

17.02.2014
Oberes Foyer im Wormser Theater:

Dass es im oberen Foyer des Wormser Theaters immer wieder spannende Jazzkonzerte zu belauschen gibt, scheint sich mittlerweile auch in Worms herumgesprochen zu haben. So erfreute sich das jüngste Konzert, zu dem mal wieder die Blue Nite e.V. einlud, eines deutlich besseren Publikumszuspruchs als zuletzt. Zu Gast war dieses Mal die fünfköpfige Band L14, 16.

Wie an dem Namen unschwer zu erkennen ist, kommt diese aus der benachbarten Quadratenstadt. Wer genau hinschaute, konnte bei der Formation auch den ein oder anderen alten Bekannten wieder entdecken, wie zum Beispiel Bandleader und Saxofonist Steffen Weber, der 2005 den Jazzpreis der Stadt Worms entgegennehmen durfte. Ein gern gesehener Gast ist auch der äußerst virtuose Pianist Rainer Böhm, der zuletzt im vergangenen Dezember Wormser Bühnenluft schnupperte. Verstärkt noch durch Axel Schlosser (Trompete, Flügelhorn), Arne Huber (Kontrabass) und Lars Binder (Schlagzeug) kredenzten die Musiker dem anwesenden Auditorium ein vorzügliches Konzert, das bewies, dass Jazz abseits seines intellektuellen Anspruchs auch zu unterhalten weiß. Nach einem entspannt lyrischen Beginn, der treffend mit dem Wort „Skydiver“ betitelt war, zeigte sich die Formation schon bald von ihrer mitreißenden Seite. Vor allem Pianist Böhm agierte zuweilen wie ein entfesselter Derwisch hinter seinem Tasteninstrument, während Schlagzeuger Binder mit vertrackten Rhythmen eine fiebrige Atmosphäre schuf. Einer Achterbahnfahrt gleich wurde der Zuhörer auf eine atemberaubende Reise mitgenommen, die von ihren rasanten Stimmungswechseln und den famosen Solis lebte. Dass jeder der Musiker ein Meister seines Instrumentes ist, muss an dieser Stelle nicht betont werden. Druckvoll bereicherte Axel Schlösser die Stücke mit seinem klar akzentuierten Trompetenspiel, während Steffen Weber einmal mehr bewies, warum er den Wormser Jazzpreis zu Recht gewonnen hatte. Mit seinem melodieverliebten Saxofonspiel bildete er den lyrischen Gegenpart zu Böhms exaltiertem Spiel. Stilistisch in erster Linie dem klassischen Hardbop Jazz zugeordnet, verstand es das Ensemble immer wieder, sich von den vorgegebenen Ketten zu befreien und auch mal dem Funk oder dem Ragtime einen Besuch abzustatten. Einmal mehr bewies dieses Konzert, dass der Jazz in Worms längst eine feste Heimat gefunden hat.

FAZIT: Wieder einmal ein originelles Konzert der Blue Nite e.V., das durch das virtuose Spiel der fünf Musiker zu begeistern wusste.