Es wird teuer für die Stadt

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Der Weg zur Sanierung Tiefgarage Friedrichstraße ist geebnet

Bereits seit 2013 ist sie für den öffentlichen Parkverkehr gesperrt, die Tiefgarage in der Friedrichstraße. Bevor die Komplettschließung 2018 erfolgte, durften nur noch 41 Dauerparker dort ihr Auto abstellen. Nun wurde im Bauausschuss entschieden, die Garage zu sanieren. Und das wird wieder einmal richtig teuer für die Stadt.

Gebaut wurde die Tiefgarage als Heimat für 148 Autos im Jahr 1976. 41 der Parkplätze sind in privater Hand. Seitdem ist viel Zeit vergangen und dementsprechend hat auch die Bausubstanz gelitten. Hauptprobleme sind hierbei Korrosionsschäden, also die Verwitterung von Zwischendecke, Kellerwänden und Stützen- und Wandfüßen. Zur Vollsperrung kam es 2018, als zusätzlich die Sprinkleranlage ausfiel. Um einen Einsturz zu vermeiden, wird die Zwischendecke derzeit unter Zuhilfenahme von Stahlsprießen abgestützt. Im wahrsten Sinne des Wortes wird die Situation zusätzlich erschwert, da sich ein Wohngebäude über der Tiefgarage befindet. Zusätzlich gibt es eine vertragliche Vereinbarung zwischen Stadt und den 41 Dauerparkern, wodurch die Stadt verpflichtet ist, diesen in einem Radius von 500 Metern einen Parkplatz anzubieten. Derzeit finden sie in der ebenfalls maroden Tiefgarage Ludwigsplatz ein Zuhause. Da auch deren Zukunft ungewiss ist, war klar, dass die Stadt handeln muss.

Drei Varianten schlug der Gebäudebewirtschaftungsbetrieb (GBB) in einer Präsentation den Mitgliedern des Bauausschusses vor, die von dem Ingenieurbüro Schüssler-Plan aus Düsseldorf erarbeitet wurden, die ebenfalls vor Ort waren. Drei Varianten, die eins gemeinsam haben: Sie sind teuer. Wer aber die Diskussionen rund um das Parkhaus am Dom verfolgt hat, weiß, dass Parkplätze in diesen Zeiten eine kostspielige Angelegenheit sind. In der ersten Variante würde man die öffentliche Tiefgarage aufgeben, also verfüllen, und nur die Zufahrt zu den 41 privaten Parkplätzen wieder herstellen. In der zweiten Variante würde man die Ebene zwei verfüllen. Hierbei reduziert sich die Gesamtzahl der Stellplätze auf 77, sodass einer mit 83.532,47 Euro netto zu Buche schlägt. Gesamtkosten: 6.432.000 Euro. In der dritten Variante würde man den Ist-Zustand mit 144 Plätzen wieder herstellen. Dies würde zwar 7.486.400 Euro kosten, die Stellplatzkosten würden sich indes auf 50.583,47 Euro reduzieren.

Angesichtes dieser Zahlen zeigte sich Stadtrats- und Bauausschussmitglied Carlo Riva (SPD) erstaunt darüber, wie viel ein Parkplatz die Stadt und den Steuerzahler kostet. Zusätzlich stellte Alfred Koch (FDP) die Frage, mit wie viel Einnahmen die Stadt rechnen könnte. Das vermochten allerdings die Mitarbeiter des GBB nicht zu beantworten, da die Einnahmen von der Parkhausbetriebs GmbH berechnet werden. Die Fachleute des Ingenieurbüros konnten wiederum Carlo Riva bezüglich möglicher zukünftiger Reparaturarbeiten beruhigen und betonten, dass zwischenzeitlich die Technik vorangeschritten sei und mit ähnlichen Schäden nicht mehr zu rechnen sei. In Anbetracht der horrenden Rechnung regte Richard Grünewald, Faktionssprecher Bündnis 90/Die Grünen, an, darüber nachzudenken, ob es möglich sei, die neuen, teuren Parkplätze ausschließlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um maximale Einnahmen zu garantieren. Sein Vorschlag, den privaten Dauerparkern könne man ja z.B. einen Parkplatz auf dem Parkdeck des Woolworth zur Verfügung stellen, wurde ablehnend betrachtet. Thomas Rudolph, Bereichsleiter Planen und Bauen, erinnerte nochmals an die vertragliche Verpflichtung seitens der Stadt. Bei der abschließenden Abstimmung entschied sich der Bauausschuss gegen die drei Ausschussmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen für Variante drei. Uwe Franz erklärte nach der Abstimmung, dass Planung und Sanierung komplett durch das Ingenieurbüro Schüssler-Plan übernommen werden sollen.