Flops des Jahres

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Gemeinheit des Jahres
Die CDU durfte nicht beim Backfischfestumzug mitfahren

Schließlich war am 22. September Bundestagswahl und da wollte man von offizieller Seite kein politisches Getöse auf dem Backfischfestumzug. Okay, Parteikollege und Bundestagskandidat Jan Metzler hatte sich als Winzersohn unters Umzugsvolk geschmuggelt und Kontrahent Marcus Held (SPD) war halt als Oppenheimer Bürgermeister am Start. Trotzdem durfte man etwas verwundert sein, als plötzlich ein paar Abgesandte der Wormser SPD mit ihrem Wagen an den verdutzten Gesichtern der CDU-Kollegen vorbeifuhren. Des Rätsels Lösung: Bei einem Jubiläum, in diesem Fall das hundertfünfzigste, darf eine Partei doch mitfahren. Trotz Wahlkampf. Wie Jens Guth (SPD) später erklärte, habe man ja keine Wahlkampfwerbung betrieben, sondern sei ganz „unauffällig“ als Handwerker, Gärtner oder Koch mitgelaufen. In vollkommen unauffälligen roten T-Shirts übrigens. Genutzt hat’s nix, am 22.09. landete Muttis CDU einen Kantersieg bei der Bundestagswahl. Auch ohne Umzugswagen beim Backfischfest…

Shitstorm des Jahres
Spendenaktion: Hilfe für die Rheinpromenade

Seit Juli letzten Jahres wissen auch wir: Spenden kann politisch unkorrekt sein. Kurz nachdem der Getränkehändler Michael Dieterich von der Firma Gegros via Facebook eine Spendenaktion für die Betroffenen der Überschwemmung am Wormser Rheinufer gestartet hatte und wir spontan 300 Euro gespendet haben, ging der Shitstorm im Internet los: „Wie kann man denn für Gastronomen sammeln, die ansonsten mit einem dicken Auto durch Worms fahren? Spendet lieber für Brot für die Welt!“ Wiederum andere kritisierten, dass sowohl der Getränkehändler als auch wir als Stadtmagazin damit eigene Kunden unterstützen würden – was übrigens nicht verboten ist. Wir lernen daraus, dass man gefälligst nur an Leute spendet, denen es richtig dreckig geht (Abstimmung zuvor über Facebook wird empfohlen!) und keinesfalls an jemanden vor der eigenen Haustür, sondern nur nach Afrika, auf die Philippinen – auf jeden Fall ganz weit weg von Worms. Übrigens: Die bei der Aktion „Hilfe für die Rheinpromenade“ gesammelten 4.880.- Euro haben die am Rhein ansässigen Gastronomen (Kolb´s Biergarten, Hagenbräu, Al Fiume und Strandbar) komplett an das Bau- und Grünflächenamt der Stadt Worms gespendet zur Wiederherstellung des Rheinufers und trugen den entstandenen Verlust durch das Hochwasser aus eigener Tasche.

Reinfall des Jahres
Schlammschlacht auf dem Spectaculum

Tja, was macht man, wenn man Ende Mai einen Mittelalter Markt mit erwarteten 25.000 Besuchern veranstalten will und kurz vorher gießt es wie aus Kübeln, genau genommen ca. 25 Liter Regen pro Quadratmeter? Echte Barbaren lassen sich doch von der Suppe im Wäldchen nicht abschrecken und feiern halt drei Tage lang ein „Spectaculum der Extreme“. Zusammen mit diesmal nur 19.000 Besuchern erlebten die Gewandeten eine wahre Schlammschlacht. Leider auf Kosten eines völlig ramponierten Rasens im Wormser Wäldchen. Da blutete nicht nur das Herz vieler Einheimischer, sondern auch die Kasse des Grünflächenamtes. Ein Schaden in Höhe von 80.000 Euro entstand, weil sich keiner getraut hat, die Veranstaltung, zu der sich mehr als 100 Standbetreiber angemeldet hatten, kurzfristig abzusagen. Leider zu Lasten der Natur.