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NPD Mann im Wormser Stadtrat stellt wahllos Anfragen

Es ist die neueste Masche der NPD. Sie wird deutschlandweit praktiziert und deswegen auch in Worms. Hier stellt auch Michael W. wahllos Anfragen an die Verwaltung. Und die ist genervt. Doch wie soll man zukünftig damit umgehen? Wir hätten da einen Vorschlag zu machen. Wunsiedel lässt grüßen!

„Wunsiedel ist die Kreisstadt des oberfränkischen Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge und liegt im Tal der Röslau am Fuß der Kösseine. Die Stadt im Zentrum des Fichtelgebirges ist Austragungsort der alljährlichen Luisenburg-Festspiele“ (Wikipedia). Zum Leidwesen vieler Einwohner lag dort auch Rudolf Heß begraben, denn das hatte zur Folge, dass alljährlich Kundgebungen und Aufmärsche mit bis zu 4.000 Teilnehmern aus der rechtsradikalen Szene mitten durch den Ort stattfanden. Zwar wurde das Grab von Heß im Juli 2011 überraschend aufgelöst, aber die Aufmärsche finden immer noch statt. Von daher hat man sich in diesem Jahr eine besonders kreative Idee ausgedacht. Bei ihrem alljährlichen „Heldengedenken“ in Wunsiedel wurden knapp 250 Neonazis auf den „unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“ geschickt. Der Grund: Mit jedem Meter, den die Rechten auf ihrem Weg durch das 9.300-Seelen-Örtchen zurückgelegt haben, flossen zehn Euro – finanziert durch Förderer und Sponsoren – auf ein Spendenkonto zugunsten der Initiative Exit-Deutschland, die sich um Aussteiger aus der Neonazi-Szene bemüht. Ein Liveticker informierte die Einwohner im Internet über den Spendenlauf mit Sätzen wie „Die Nazis laufen sich gerade in ihren Spendierhosen warm“. Am Straßenrand standen die Einwohner Wunsiedels mit Plakaten mit Aufschriften wie „Im Spendenschritt Abmarsch“, „Endspurt statt Endsieg“ oder „Wenn das der Führer wüsste“. Angeboten wurde auch „Marschverpflegung“, damit die Rechten länger durchhalten und noch mehr Spendengelder erlaufen. Deshalb gab es alle paar Meter Verpflegungsstationen mit Bananen, eingewickelt in eine Banderole mit der Aufschrift „Mein Mampf“ – in Anlehnung an Adolfs legendäres Buch. Und siehe da: Die Nazis ließen sich nicht lumpen und erliefen 10.000 Euro an Spenden an diesem Tag.

Worms muss kreativer werden!
In Worms hat man dagegen ein ganz anderes Problem. Hier stellt der NPD-Mann im Wormser Stadtrat wahllos Anfragen. Bei der letzten Ratssitzung ist man mit diesem „Problem“ ziemlich humorlos umgegangen. Als Zeichen, dass man sich nicht vorführen lassen möchte, haben die Ratsmitglieder den Saal nach einer Pause einfach nicht mehr betreten, als die Anfragen des NPD-Mannes verlesen werden sollten. Oberbürgermeister Kissel bot daraufhin an, die Antworten schriftlich zukommen zu lassen. Dies lehnte W. jedoch ab, so dass die Sitzung abgebrochen und die Beantwortung vertragt werden musste. Jetzt steht man vor der nächsten Sitzung vor der Frage, wie man mit den knapp 40 unbeantworteten Teilfragen aus dem großen Fragenkatalog des NPD-Mannes, der beim nächsten Mal mitunter noch größer ist, umgehen soll? Von Ratlosigkeit bis Ignorieren lauten die Vorschläge, aber so wirklich zündend scheint keine Idee zu sein. Der lustigste Vorschlag kam von FDP-Mann Jürgen Neureuther, der meinte, dass alle rausgehen könnten und nur OB Kissel müsse die Antworten vortragen. Das sei zwar die „Höchststrafe“ für den Stadtchef. „Aber wir anderen können dann unsere Zeit sinnvoller nutzen.“ (Wormser Zeitung vom 25.11.14). Stimmt, so ein Oberbürgermeister hat ja auch sonst nichts zu tun, als NPD-Anfragen zu beantworten. Das mit dem Rausgehen wäre schon mal ein guter Ansatz, aber da so ein OB nicht gerade wenig an Stundenlohn verschlingt, könnte man die Antworten ja auf einem alten Tonbandgerät aufnehmen und von einem Hitler-Imitator (Vorschlag: Christoph Maria Herbst) vorlesen lassen. Nee, Spaß beiseite, vielleicht sollte man in Worms einfach das Wunsiedel-Prinzip anwenden, in Dortmund wird beispielsweise gerade darüber nachgedacht. Für jede Anfrage spenden die Ratsmitglieder 5,- Euro an Exit-Deutschland. Das ist aktives „Rechts gegen Rechts“, denn dann finanziert jede Anfrage auf der anderen Seite Ausstiege aus dem Rechtsextremismus mit. Sponsoren oder Privatpersonen können sich natürlich ebenso melden und diese Aktion unterstützen.