GROSSE MUSIK UND DUNKLE THEMEN
Ein Blick zurück auf das Konzert von Rolf Bachmann

20. Februar 2026 | Lincoln Theater Worms: Organisiert vom Bündnis für Demokratie, Toleranz und Vielfalt, standen ganz im Sinne der Idee des Vereins Lieder für Frieden und Demokratie im Mittelpunkt interpretiert von dem großartigen Rolf Bachmann. Damit folgte er bereits zum dritten Mal einer Einladung des Bündnisses.
Neu war indes der Veranstaltungsort. Lauschte zuvor das friedensbewegte Publikum Bachmanns Klängen unter anderem in den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde, konnte der Verein dieses Mal ins Lincoln Theater einladen. Dem musikalischen Lockruf Bachmanns folgten rund 150 Gäste in das wiedereröffnete Theater am Obermarkt. Für den erfahrenen Musiker eine durchaus ungewöhnliche Situation, wie er im gewohnt lakonisch humorvollen Ton erzählte. Normalerweise sei er es gewohnt, in Kneipen zu spielen, wo eben eher gequatscht als gelauscht wird. Die Setliste improvisierend, sendete der Musiker mit „All you need is love“ die ultimative Botschaft in die Nacht, ehe er nur ein Song später mit dem Phil Collins Hit „Another day in Paradise“ in die düsteren Gefilde des Lebens hinabblickte. Wie Bachmann erläuterte, schildert der Song das harte Schicksal der Obdachlosigkeit. Immer wieder wusste der Wormser Musiker spannende Anekdoten und Hintergründe zu den Songs zu berichten. Zeigte die musikalische ProtestsongReise mit John Lennons „Revolution“ zunächst noch Hoffnung auf eine bessere Welt, tendierte die Songauswahl nach der Pause zu deutlichen düsteren Themen, wie dem Genozid an der indigenen Urbevölkerung Amerikas („Cherokee“ von Neil Young), die Schüsse auf Studenten in Ohio Ende der 60er Jahre („Ohio“ von Neil Young) oder eben die Studenten oder Rassenunruhen („For what it’s worth“ von Stephen Stills mit Buffalo Springfield). Mit „We shall overcome“ und „Rockin‘ in a free world“ gab er zum Ende des Abends dem Publikum doch noch ein wenig Hoffnung mit auf den Nachhauseweg.
Fazit: Auch wenn es nicht das Ziel der Veranstaltung war, demonstrierte Bachmann in ambivalenter Weise, wie Gewalt, Krieg und Hass große Künstler zu großartigen Songs inspirierten. Zugleich unterstrich es auch die traurige Erkenntnis, dass Musik leider nicht die Welt verändern kann, wie die Gegenwart zeigt. Aber sie kann immer noch dafür sorgen, dass die Welt ein klein wenig schöner und reflektierter erscheint.
Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf










