„TANZ MIT MIR IN DEN UNTERGRUND“

, , Kommentar schreiben

„Liederpoetrykabarettwahnsinn“ mit dem Duo „Mackefisch“

08. März 2020 | Lincoln Theater Worms:

Es sind immer wieder kleine feine Konzerte, wie das des Duos Mackefisch, die zeigen, dass das Lincoln Theater längst eine unverzichtbare Bühne in Worms ist, die Kleinkünstlern Auftrittsmöglichkeiten gibt, die sie im sonstigen Wormser Kulturbetrieb nicht haben. Zwar waren dem Ruf des Duos nur rund 40 Besucher gefolgt, doch die wurden mit einem großartigen Konzert belohnt.

                                                 

Irgendwo zwischen Kabarett, Liedermacher und Comedy angesiedelt, ist das Duo Mackefisch schon ein musikalisches Kleinod, das zu Recht von Presse und Publikum gefeiert wird. Mackefisch, das sind Peter Fischer (am Flügel) und Lucie Mackert (Gitarre, Koffer-Bassdrum und Steppschuh). Sie selbst bezeichnen ihr Programm als „Liederpoetrykabarettwahnsinn“ und das trifft es ganz gut. Hinter den oftmals verspielt klingenden Melodien verstecken sich sozialkritische Texte, die mit beißender Ironie glänzen. Der musikalische Kosmos reicht von harmlosen Walzermelodien über Ragtime-Jazz bis hin zu hymnenhaften Popsongs. Was die Songs stets eint, ist ein schwarzer Humor, betont unschuldig von beiden im Wechsel vorgetragen. „Pure Ironie“ war so ein Stück, bei dem das Publikum zu einem „Uhuhu-Chor“ verpflichtet wurde. „Springerstiefel und die äußere Härte, verleihen ihm seit Jahren innere Stärke. Er trampelt schnell auf alles Fremde, denn so sieht keiner, was klein auf seinen Stiefeln steht – Made in China“, sang Fischer mit süffisanter Stimme und entlarvte mit ironischen Blick die schizophrene Doppelmoral, die nicht nur vor rechten Gesellen Halt machte. So traf es in der nächsten Zeile Glaubenseiferer, die Wasser predigen und selbst Wein trinken.

Fazit: Verpackt in der balladesken Melodie mit besagtem Chor mochte einem das Lachen durchaus im Halse stecken bleiben. Zugleich war das Stück symptomatisch für das Schaffen von Mackefisch. Im Gepäck hatte das gut aufgelegte Duo seine Debüt CD „Brot und Glitzer“, von dem auch „Pure Ironie“ stammte und das mehr als einen Blick wert ist.