In der Kürze liegt die Würze

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Badesalz mit ihrem aktuellen Stück „Dö Chefs“

15. Oktober 2016 | Das Wormser Theater:

Seit mehr als dreißig Jahren ist das hessische Komikerduo ein Publikumsmagnet und sorgt dort wo es auftaucht für bestens gefüllte Säle. Auch das Wormser Theater konnte bei dem Gastspiel von Gerd Knebel und Henni Nachtsheim ein „ausverkauft“ vermelden. Dort zeigten sie ihr aktuelles Stück „Dö Chefs“.

Die Geschichte, die erzählt wird, ist fast nebensächlich und dient lediglich als Aufhänger für eine Abfolge von Gags. Gerd Knebel spielt Paul, während Henni Nachtsheim Henry heißt. Beide sind erfolglose Kneipiers, weswegen ihnen der Vermieter kündigen möchte. In der Not beschließen die Beiden zu fusionieren. Was Badesalz stets ausmachte, war die schnelle Abfolge von simpel gestrickten Sketchen. Symptomatisch hierfür war die Fernsehsendung und die dazu gehörige CD Auflage von „Och Joh“. Die Witze von Badesalz hatten nie besonders viel Tiefgang. Gelegentlich kokettierten diese mit Alltagsbeobachtungen oder auch mit einem dezenten Hauch von Gesellschaftskritik. Im Wesentlichen taten die Witze jedoch nie weh und machten so Badesalz zu den liebenswerten Vertretern des Klamauks. Was auf CD und im TV wegen des hohen Tempos funktionierte, entpuppte sich im Theater als nur leidlich lustig. Problem war, dass die beiden Herren ihre netten Ideen zumeist in epische Länge zogen, so dass auch irgendwann der Zuschauer in der letzten Reihe den Witz verstanden hatte – so geschehen bei einer Oscar-Rede, die Henni Nachtsheim vor dem Publikum hielt. In einer abenteuerlichen Mischung aus Hessisch und Englisch („My Englisch ist not the yellow from the egg“) träumte sich Henry zur Oscar-Verleihung. In der Idee witzig, in der Umsetzung jedoch viel zu langatmig. Ansonsten gab es Altbekanntes wie die Ehepaar-Persiflage oder auch die ein oder andere abgewandelte Coverversion.

FAZIT: Das Publikum störte die Langatmigkeit nur wenig und es dankte den Hessen den rund zweistündigen Ausflug in die Comedy der 90er Jahre mit lautem Gejohle. Letztlich zeigte die Aufführung, dass auch Comedyhelden älter werden, genauso wie deren Witze.