North Dakota, Ray Charles und die Liebe zu New Orleans

, , Kommentar schreiben

„Spencer Bohren“

05. März 2015
Die Funzel in Worms:

Mittlerweile hat es sich ja schon herumgesprochen, dass sich die Funzel als zuhause von außergewöhnlichen Singer/Songwritern etabliert hat. Am 5. März gastierte mit Spencer Bohren aus New Orleans erneut so ein außergewöhnlicher Musiker.

Wirklich verwunderlich war es nicht, dass die Funzel an diesem Abend, bis auf wenige freie Sitzplätze, gut gefüllt war, schließlich kam mit Spencer Bohren ein alter Bekannter, der schon zum 4. Mal in Worms weilte. Wenn man ihm zuhört, merkt man schnell warum. Da steht ein Mann, der mit seiner Gitarre und seiner unvergleichlichen Mischung aus Blues, Folk und Country einfach das Publikum erreicht. Perfekt ist hier vor allem seine Stimme, die einfach im Raum stehen bleibt und den Zuhörer in Trance versetzt. Bohrens Lieder handeln in erster Linie von seinen eigenen Erinnerungen, die in seinen Love Songs wie „You‘re home is my heart“ von Hoffnung und längst vergessenen Träumen handeln. Zwischendrin erzählt er immer wieder kleine Anekdoten, z.B. über sein Idol Ray Charles, um dann von diesem eine gut gewählte Version von „Halleluja, I love her so“ zu spielen. Genau solche Anekdoten waren es aber auch, die dieses Konzert ausmachten. Spencer Bohren ist einfach ein Geschichtenerzähler im positiven Sinne. Ob es hierbei um die Ausbeutung der Ureinwohner in North Dakota oder eine lustige Geschichte im damaligen Ost-Berlin geht, ist egal. Richtig beeindruckend war seine Folk Version des Klassikers „500 Miles“ und sein „Honky Tonky Blues“. Auch die Zugabe eines Spencer Bohren ist extravagant. Mit den Händen einen Rhythmus klatschend und dazu singend, erinnerte dies an die Roots der Bluesmusik, die ihren Ursprung auf den Baumwollfeldern Amerikas hatte.

Fazit: Überaus grandioses Konzert mit einem gut aufgelegten Spencer Bohren. Auch wenn einige Besucher (die es eigentlich besser wissen müssten) durch ihr ständiges lautes Gebrabbel immer wieder störten. Oder wie Funzel Chef Willi so schön sagt: „Maul!“