Rund 21.000 Besucher beim Wormser Spectaculum
Eine Pressemitteilung der KVG Worms:

Foto: Bernward Bertram
Bei bewölktem Wetter und dennoch angenehmen Temperaturen konnte man beim Wormser Spectaculum an drei Tagen die Welt des Mittelalters entdecken, die von etwa 1000 Aktiven, 100 Markthändlern, über 60 Lagergruppen aus Deutschland und dem europäischen Ausland sowie zahlreichen ehrenamtlichen Helfern zum Leben erweckt wurde. Den professionellen Rahmen für diese Veranstaltung verantwortete die städtische Kultur und Veranstaltungs GmbH (KVG). Das Fazit der Veranstaltergemeinschaft am Sonntagabend war eindeutig: Es war ein friedliches und rundherum gelungenes Wochenende ohne größere technische oder organisatorische Zwischenfälle. Etwa 21.000 Besucher fanden den Weg ins Wormser Wäldchen.
Spectaculum-Fans blickten in den Tagen vor der Veranstaltung gespannt auf die Wetterberichte: Bis zuletzt war unklar, ob das Wormser Wäldchen trocken bleiben würde. Zwar musste der Aufbau stellenweise unter Regenschauern stattfinden, insgesamt meinte es das Wetter mit den Mittelalter-Fans jedoch gut. Am Freitag fielen am Vormittag und zur Mittagszeit vereinzelt ein paar Tropfen, ansonsten blieb das Gelände durchgehend trocken. Zeitweise zeigte sich sogar die Sonne, während vor allem die Abende und Nächte sternenklar waren.
Die weitgehend stabile Wetterlage wirkte sich auch auf den Besucherandrang aus, der ab Freitag kontinuierlich zunahm.
Markus Reis, Geschäftsführer der KVG: „Insgesamt war es wieder ein wunderbares Spectaculum, das organisatorisch reibungslos über die Bühne gegangen ist. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Veranstaltung in den vergangenen 23 Jahren stetig weiterentwickelt hat und was wir hier Jahr für Jahr gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern und Vereinen auf die Beine stellen können.“
Auch Marktvogt Uwe Hildenbeutel blickt positiv auf das Wochenende zurück: „Aus Sicht der Trossmeisterei ziehen wir ein rundum positives Fazit des Spectaculum 2026. Die Stimmung unter den Lagernden war wieder sehr gut. Wir alle sind der KVG sehr dankbar für die professionellen Rahmenbedingungen, die wir hier jedes Jahr vorfinden und die uns den Raum geben, uns auf andere Dinge zu konzentrieren. So haben die Lager 2026 zum Beispiel so viele Workshops, Vorträge und Vorführungen wie nie zum Programm beigetragen.“
Umfangreiches Programm, bunter Markt und Lagerleben
Das Spectaculum verlief rundum friedlich und ruhig. Die beteiligten Rettungssanitäter des Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. (ASB) hatten glücklicherweise sehr wenig zu tun, auch die Feuerwehr meldete keine Zwischenfälle. So strömten Familien aus den beiden Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar in Massen über den Mittelaltermarkt. Rund 1000 Aktive in 60 Lagern und 100 Marktständen sorgten für ein buntes Treiben im Wormser Wäldchen.
Neben den Klassikern wie der Feldschlacht, dem Raufballturnier und den Feuershows wurde vor allem auch das umfangreiche Workshopangebot gut angenommen. Egal ob Modenschau, historische Kräuterführung, offenes Schwerttraining oder Malen mit Pigmenten: Überall tauchten Besucher in den Alltag längst vergangener Epochen ein. Bei den abendlichen Konzerten der Gruppen „Haggefugg“, „Koenix“ und „Spilldeyvel“ erfreuten sich die Besucher am Programm rund um die große Bühne. Die kleine Bühne wurde von „Wormez“ und „Die Streuner“ besetzt. Für Unterhaltung auf dem gesamten Gelände sorgten außerdem die umherwandelnden „Spielleute Skadefryd“, „Bruder Leonardo“ sowie „Timelino“.
Und auch die kleinsten Besucher konnten beim Spectaculum so einiges erleben. Wie in den Vorjahren war hier das große Holzschiff der Kindsvögte Philipp und Dieter Christmann ein besonderes Highlight. Höchster Beliebtheit erfreuten sich auch wieder die Kinder-Highland-Games des Rugby Club Worms e. V.
Bereits zum dritten Mal fand in diesem Jahr der „Fafnir-Cup“, ein nationales Vollkontakt-Einladungsturnier der Eisenliga, statt. Die „Ruhrpott Knights“ aus Duisburg sicherten sich den Turniersieg und nahmen den Pokal von Sportdezernent Timo Horst entgegen: „Das Vollkontaktturnier ist mittlerweile eine feste Tradition beim Wormser Spectaculum. Es ist jedes Jahr ein echtes Highlight, diesen Wettkampf hautnah mitzuerleben.“
Rund 60 Lagergruppen aus dem In- und Ausland schlugen zum Spectaculum ihre Zelte im Wormser Wäldchen auf. In authentischer Gewandung lebten sie dort wie in vergangenen Jahrhunderten, orientiert an der Zeit zwischen 500 und 1500 n. Chr. Viele Gruppen öffneten ihre Lager für interessierte Besucherinnen und Besucher, vermittelten Einblicke in das Alltagsleben des Mittelalters, zeigten historische Handwerkstechniken und präsentierten Waffen sowie Rüstungen.
Auch der Mittelaltermarkt bot mit rund 100 Ständen erneut ein vielfältiges Angebot. Besucher konnten vor Ort erleben, wie traditionelle Waren gefertigt werden – sei es durch Vorführungen oder im direkten Austausch mit den Händlerinnen und Händlern. Ergänzt wurde das Angebot durch eine breite kulinarische Auswahl: Von herzhaften Speisen bis hin zu süßen Spezialitäten war für jeden Geschmack etwas dabei.
Oberbürgermeister Adolf Kessel zur Bedeutung des Mittelaltermarktes: „Das Spectaculum ist eine Erfolgsgeschichte: Als kleines Mittelalterfest an der Stadtmauer 2002 gestartet, hat es sich zu einem der etabliertesten Märkte in Deutschland entwickelt. Lagergruppen und Händler aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland sowie Besucher aus der gesamten Großregion strömen jedes Jahr im Frühjahr nach Worms, um hier drei Tage in mittelalterliche Welten einzutauchen. Dadurch wird Worms und seine Geschichte für Bewohner und Gäste erlebbar. Ein gelungenes und vor allem niedrigschwelliges Angebot für alle, vor allem für Familien und Kinder. Wenn ich heute die vielen gewandeten Wormser Besucher sehe, die sich hier mit ihrer eignen Stadtgeschichte identifizieren, dann erfüllt mich das mit Stolz. Und gleichzeitig sehr großer Dankbarkeit für das riesige ehrenamtliche Engagement im Hintergrund, ohne dass dieses Fest nicht stemm- und finanzierbar wäre.“
Im normalen Betrieb keine besonderen Vorkommnisse
Im normalen Veranstaltungsbetrieb kam es ansonsten zu keinen Vorfällen. Marlon Pfrommer, Projektleiter der KVG, sagt: „Ich habe durchweg positive Rückmeldungen von vielen Standbetreibern erhalten. Am Samstag war das Gelände bereits zur Mittagszeit so gut besucht, dass einige Gastronomen und Händler Speisen und Getränke nachordern mussten, da sie aufgrund der Wetterprognosen vorsichtig kalkuliert hatten.“
„Damit sich die Ehrenamtlichen beim Spectaculum voll entfalten können, braucht es auch im Hintergrund viele helfende Hände. Von der KVG als Veranstalter über den Entsorgungs- und Baubetrieb (ebwo) bis hin zum Grünflächenamt ziehen zahlreiche städtische Stellen gemeinsam an einem Strang und bringen sich mit großem Engagement ein. Das Spectaculum ist für alle Beteiligten ein ganz besonderes Fest. Umso mehr freut es mich, dass die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie mit dem ASB, der Feuerwehr und dem Sicherheitsdienst SES auch in diesem Jahr wieder so reibungslos funktioniert hat“, erklärt Beigeordneter Peter Englert, der Vorsitzende des Gesellschafterausschusses der Kultur und Veranstaltungs GmbH (KVG).
Nach dem Spectaculum ist vor dem Spectaculum
2027 findet das Spectaculum vom 7. bis zum 9. Mai statt.
Das Spectaculum Worms ist eine Veranstaltung der Kultur und Veranstaltungs GmbH in Zusammenarbeit mit dem „Netzwerk Lebendiges Mittelalter Worms“ und unterstützt durch die Kulturkoordination der Stadt Worms.



