„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

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Teil 29: Ausländerfeindlichkeit

Autor: Bert Bims

War das eine Aufregung im letzten Monat, als die Nazis am 1. Mai durch Worms marschiert sind. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal Herr Bims, wie halten Sie es denn mit der Ausländerfeindlichkeit?“

Ich halte es mit dem Thema Ausländerfeindlichkeit genauso wie der gemeine Wormser, der grob zwischen den beiden Kategorien „ganz okay” und „Arschloch“ unterscheidet. Da ist es schlichtweg egal, welche Hautfarbe jemand trägt oder in welchem Land er/sie geboren wurde, sofern der/diejenige „ganz okay“ ist. Und bevor wir jetzt irgendwelche Quoten aufstellen, dass aus dem einen Land mehr Arschlöcher als aus einem anderen kommen, sollten wir uns stets vor Augen halten, dass auch wir in Deutschland eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Arschgeigen zu bieten haben. Dieses Stichwort bringt mich direkt zurück zum Naziaufmarsch in Worms. Am Tag der Arbeit. Mittendrin einer, der es mit dem Thema Arbeiten gar nicht so genau nimmt. Zu meiner Jugendzeit waren „Dick und Doof“ noch zwei Personen, heute reicht locker einer: „Michael W. von der NPD“. (Ich merke gerade, das reimt sich sogar. Vielleicht kann irgendein Rapper dieser Stadt daraus einen gepflegten Reim für die nächste Wormser Rocknacht basteln.) Auf jeden Fall sind bei Facebook Fotos aufgetaucht, auf denen der Ausländerfreund bei einem asiatischen Schnellimbiss an einem Spielautomaten steht und die von uns allen hart erwirtschafteten Sozialgelder in einen kleinen nutzlosen Schlitz steckt. Womöglich tun wir ihm aber auch unrecht und er hat lediglich eine neue Festanstellung als Schwarzgeldwäscher (Abteilung: Spielautomaten) bei der Asiatischen Mafia gefunden. Vielleicht hatte er auch einfach nur Lust auf eine Portion Nazi Goreng. Wer weiß. Immerhin hatte er an diesem Tag eine kleine Glückssträhne und hat gewonnen. 74 Reichsmark. Damit konnte er sich endlich nebenan beim Globus ein paar neue Springerstiefel kaufen. „Made in Taiwan“ selbstverständlich. Weick mag halt Asiaten. Aber nicht etwa, weil die noch kleinere Penisse als Nazis haben, sondern weil die uns nicht mit buddhistischen Tempeln überschwemmen, hier keine Moscheen bauen und – ganz wichtig – keine kriminellen Banden gründen. Intern soll Michael W. gesagt haben: „Schlitzaugen sind okay, im Gegensatz zu Kameltreibern oder Negern.“ Jedoch mit Italienern (Ausnahme: Carlo Riva) hat ein NPD-Mann offensichtlich keine Probleme: „Beim Italiener könnt ihr mich ebenfalls ab und an sehen. Mehrere Wormser Pizzerien stehen uns positiv gegenüber. Sogar italienische Mitglieder findet man bei uns.“ Spätestens da ist es mir wie Schuppen von den Haaren gefallen: Na klar, das können eigentlich nur die Mitarbeiter der Pizzeria Mussolini sein…

Endlich Frieden am Dom
Auch wenn der Übergang von Mussolini zu Vannini etwas seltsam anmutet, möchte ich Ihnen meine geniale Idee nicht vorenthalten, wie man den immer noch schwelenden Streit in der Wormser Bevölkerung um ein nicht gewolltes neues Gemeindehauses am Dom, das selbigen nicht unerheblich verdecken wird, endlich befrieden könnte. Ganz einfach: Man macht im Erdgeschoss eine Filiale vom Eis Vannini rein. Dann sagen die gleichen Wormser, die vorher Sturm gelaufen sind: „Ach so, der Vannini will den Dom zubauen. Ja, das ist in Ordnung, der macht ja gutes Eis.“ Auch von den Parteien und Politikern wird der italienische Eispatriarch hofiert, was auch nicht verwundert, denn laut vorsichtigen Schätzungen stammt knapp die Hälfte des Gewerbesteueraufkommens der Stadt nur von seinem Betrieb. Der städtische Kämmerer hat kürzlich durchblicken lassen, dass man in den Sommermonaten nur dank Eis Vannini überhaupt noch zahlungsfähig bleiben würde. Ohne den beliebten Eiskiosk am Marktplatz müsste die Stadt Worms über die Sommermonate komplett schließen. Andere Experten schätzen, dass der milliardenschwere Eis-Mogul an einem ganz gewöhnlichen Juli-Wochenende mehr Geld einnimmt als die gesamte KW in einem Jahr. Jetzt will er auch noch aufstocken und ich sag Ihnen eines: Wenn der Vannini erst mal loslegen darf, wird sein neues Eis-Imperium binnen kürzester Zeit fertig. Wetten? Da können sich unsere Wormser Baustellen-Verantwortlichen mal ein Beispiel dran nehmen, schließlich werden hier im Wochentakt wichtige Hauptverkehrsstraßen gesperrt. Nur schade, dass man selten Bauarbeiter dort antrifft. Entweder sind die von der Firma „Rast und Ruh“ (morgens geschlosse, mittags zu…) oder sie streiken gerade. Zusammen mit den Lokführern, den Erziehern und den Hebammen. Ich frage mich nur manchmal, wie man es in China schafft, einen 500 Kilometer langen unterirdischen Tunnel durchs Meer in einem halben Jahr zu bauen? Und in Worms braucht man gefühlt zwei Jahre, um ein drei Kilometer langes Rohr unter der Straße zu verlegen. Vielleicht sollten wir tatsächlich mehr Asiaten hierher holen und uns von denen innerhalb von drei Wochen das komplette Straßennetz in Worms erneuern lassen. Asiaten sind wieselflink und fragen auch nicht nach so nutzlosen Dingen wie Urlaub, Tarifverträgen oder Arbeitsschutzmaßnahmen. Und ganz wichtig: Asiaten gründen keine kriminellen Banden!! Wenn sogar jemand von der NPD das sagt, muss es ja stimmen.