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SAGEN SIE MAL, HERR BIMS? Teil 163: OB-KandidatenCheck – Teil 4

Am 13. September ist Oberbürgermeisterwahl in Worms. In der heißen Endphase des Wahlkampfes habe ich die Kandidaten ein letztes Mal einem gnadenlosen satirischen Check unterzogen, bevor es dann für uns alle an die Wahlurnen geht. Ich höre Sie des halb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, welche Beobachtungen möchten Sie kurz vor der OB-Wahl mit uns teilen?“

In dieser Ausgabe wurden die Frau Lohr und der Herr Horst von uns interviewt. Die wichtigste Frage hat unsere Redaktion vergessen: „Wann stehen Sie morgens auf?“ Als OB muss man schließlich Frühaufsteher sein, wobei ich hierbei Frau Lohr im Vorteil sehe, da sie ja noch morgens die Wäsche zu ihrer Mutter bringen muss, damit sie bei den Abendsitzungen eine frisch gebügelte Bluse tragen kann. Denn der auf unserem Titelbild ausgetragene Kampf um den Rathausschlüssel beinhaltet auch die Frage: Wer darf ab 1. Januar 2027 jeden Morgen um Punkt 6:00 Uhr das Rathaus aufschließen? Stephanie Lohr und Timo Horst sind lange genug im Rathaus, um zuverlässig den Lichtschalter zu finden und im Halbschlaf schon mal für die ganz langsam eintrudelnden Kollegen die Kaffeemaschine anzuschmeißen. Beide sind erfahren, kennen das Rathaus von innen und haben vermutlich schon mehr Ausschusssitzungen über Straßenlaternen erlebt als positive Kommentare zu „Worms wird wow“. Bei dem AfdKandidaten weiß ich nicht mal, ob er das Wormser Rathaus ohne Google Maps überhaupt finden würde. Ach nee, er wurde ja schon mal in Worms gesichtet, als er vorm Rathaus ein Video gedreht und darin angekündigt hat, dass er als OB die Regenbogenflagge durch eine DeutschlandFahne ersetzen würde. Vermutlich will er auch den „AlbertSchultePark“ in „Rudolf-Heß-Gedenkpark“ und die „HertaMansbacherAnlage“ in „LeniRiefenstahlArena“ umbenennen und lässt Denkmäler errichten für mutige Querdenker wie Michael Wendler, Xavier Naidoo oder Attila Hildmann. Oder er kommt noch auf die Idee, das Wormatia Stadion wieder „Adolf Hitler Kampfbahn“ – so wie in den goldenen 30ern – zu nennen. Dass ein geborener Trierer, der in Mainz wohnt, unsere altehrwürdige Wormatia beschädigt, müssen wir verhindern. Im Gegensatz zur AfD sind wir Wormser zwar weit davon entfernt, fremdenfeindlich zu sein, aber einen Kandidaten, der nicht mal hier geboren ist, muss man uns auf dem Wahlzettel nun wirklich nicht zumuten!!!

SEXISMUS IM WAHLKAMPF

In einem anderen Wahlvideo sagt ein AfdStadtratsmitglied aus Worms: „Normalerweise sagt man „Alter vor Schönheit“, wir dagegen sagen „Kompetenz vor Schönheit.“ Anschließend gibt er zu, dass die Frau Lohr zwar besser aussähe als der Herr Senger (was ausnahmsweise auch einem Faktencheck standhält, obwohl die Aussage aus einem AfdMund stammt…), aber man würde die Wurst ja auch lieber bei einem Metzger kaufen, bei dem es schmeckt und nicht, weil er gut aussieht. Auf die Idee, bei dieser OB-Wahl die SexismusKarte zu ziehen, wäre ja noch nicht mal ich als „Doktor der Satire“ aus der BoomerGeneration gekommen. Der hochkompetente Bernd Stromberg von der Capitol Versicherung, Leiter der Schadensregulierung mZ, hat zu dem Thema mal gesagt: „Schönheit und Kompetenz müssen sich bei Frauen nicht gänzlich ausschließen.“ Dass die Frau Lohr als Juristin den Mainzer FinanzHansel locker in die Tasche stecken kann, brauchen wir doch gar nicht erst zu diskutieren. Auch der Ingenieur Timo Horst ist als ehemaliger Chemielehrer äußerst kompetent und vor allem vertrauenswürdig. Denn während Walter White aus „Breaking Bad“ seine Kenntnisse als Chemielehrer genutzt hat, um ein CrystalMethMillionenImperium aufzubauen, hat Timo Horst die Kurve gekriegt, ist lieber in die Politik gegangen und muss sich nun mit Beamtentarifen zufriedengeben. Das muss man auch mal anerkennen. Und die Frau Lohr hätte auch genauso locker bei der „Miss Germany Wahl“ gewinnen können, sie will aber lieber Oberbürgermeisterin werden und sich tagtäglich mit sexistisch denkenden Stadtratskollegen rumärgern. Auch das verdient Anerkennung.

MEINE WAHLEMPFEHLUNG

Um Ihnen eine Wahlempfehlung aussprechen zu können, habe ich mich zu VierAugenGesprächen mit den Kandidaten getroffen. Hierbei hat mir Ali Kesler von der FDP nach erfolgreicher Wahl zum OB den Posten „Satiremanager der Stadt Worms“ angeboten. Meinen Einwand, dass wir doch schon meinen Kolumnennachbarn zur Linken zur allgemeinen Belustigung im Rathaus sitzen haben, entgegnete Kesler nur charmant grinsend: „Bitte tue es, Bert – damit Worms wieder lächelt.“ Dagegen hat mir Stephanie Lohr lediglich die Leitung ihrer Kosmetikabteilung angeboten. Wie vielleicht die wenigsten von Ihnen wissen, habe ich nach meiner Lehre zum staatlich geprüften Schiffschaukelbremser auch eine Zeitlang als Hairstylist und Makeup-Artist von Annalena Baerbock gearbeitet, als diese noch bei der Grünen Jugend war. Dass von ihr die Empfehlung stammte, kann ich mir aber gar nicht vorstellen, schließlich sind die Grünen ja eher „Team Timo“. Apropos Timo Horst. Der hat mir den Posten „Mann für alle Fälle“ angeboten. Das ist die Person, die auf keiner Gehaltsabrechnung der Stadt Worms auftaucht und Woche für Woche in bar ausgezahlt wird (vermutlich mit säckeweise Kleingeld aus den Parkscheinautomaten…). Typische Tätigkeiten: Diskret die Feldhamster am Hohen Stein beseitigen, aufmüpfigen Stadtratskollegen eine tote Ratte in den Briefkasten stecken, länger ausstehende Strafzettel persönlich eintreiben oder der Aufsichts und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier einen Schweinekopf auf die Terrasse schleudern. Aufgrund der mir angebotenen Posten ist meine Entscheidung längst gefallen. Außerdem hab ich mir während der Zeit mit Annalena eine Ammoniumpersulfat Allergie eingefangen. Eine abschließende Empfehlung, wen Sie nun am 13.09. wählen sollen, kann ich Ihnen auch diesmal nicht aussprechen. Aber manchmal ist es ja auch gut zu wissen, wen man besser nicht wählt.

Mit satirischen Grüßen Ihr Dr. Bert Bims