Die Diakonie und Caritas veröffentlichten bereits am 29. Mai eine Pressemitteilung mit alarmierenden Informationen zur Unterbringung von Geflüchteten in Sammelunterkünften: „Die Unterkünfte sind für den Ausbruch einer Pandemie nicht gewappnet und die Ansteckungsgefahr könnte dem bis zu 50-fachen der Allgemeinbevölkerung entsprechen.“

https://www.diakonie.de/pressemeldungen/diakonie-und-caritas-menschen-in-fluechtlingsunterkuenften-brauchen-besseren-schutz-vor-corona-1

Am Mittwoch, 10. Juni berichtete die Tagesschau in einem Beitrag „Gefährlich wie ein Kreuzfahrtschiff“ https://www.tagesschau.de/chinese/coronavirus-fluechtlinge-101.html von einem Empfehlungsschreiben des Robert-Koch-Instituts zum Umgang mit dem Coronavirus in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge, das erneut alarmierend ist und Fragen nach dem Schutz von Geflüchteten in den Wormser Gemeinschaftsunterkünften aufwirft.

Keineswegs ist hier alles zum Besten bestellt.

Bei einer Akteneinsicht im Gesundheitsamt Worms-Alzey musste eine Vertreterin vom Helferkreis Asyl Worms e.V. im Bericht des zuständigen Hygienebeauftragten über eine Begehung von drei Wormser Flüchtlingsunterkünften am 9. April 2020 lesen:

„Die Reinigung muss noch verbessert werden, …“

„Sollten in der Einrichtung Personen mit Corona-relevanten Vorerkrankungen/Alter über 65 Jahre untergebracht sein, wäre eine separate Unterbringung angeraten.“

„Die Einhaltung des Sicherheitsabstandes stellt sich schwierig dar, …“

Tatsächlich sind Geflüchtete mit Corona-relevanten Vorerkrankungen in Wormser Sammelunterkünften weiterhin besonders gefährdet, weil in den Gemeinschaftsküchen und in den gemeinsamen sanitären Anlagen der Mindestabstand nicht gesichert werden kann und sie bei der Suche nach einer privaten Unterbringung kaum Unterstützung durch die Stadtverwaltung erhalten.

Dem Bericht ist zu entnehmen, dass auf dem Motorpoolgelände in 16 sehr engen Zimmern jeweils zwei Geflüchtete untergebracht sind. Der Mindestabstand zwischen ihren Betten kann nicht eingehalten werden. In der Klosterstraße wohnen 11 Geflüchtete in mehrfach belegten Zimmern der Sammelunterkunft.  

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit von Maßnahmen zur Corona-Eindämmung in Wormser Flüchtlingsunterkünften wird an folgendem Beispiel deutlich: während Vertreter des ASB gegenüber dem Gesundheitsamt auf ein „Gewaltschutzkonzept“ verweisen, konnte ein hausfremder Mann die Familienunterkunft ungehindert betreten und eine alleinstehende Mutter mit vier Kindern mit dem Tod bedrohen. (Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.)

Wie die Stadtverwaltung und der ASB mit diesen ungelösten Problemen umgehen, ist leider nicht bekannt.

Der Helferkreis Asyl Worms e.V. erwartet, dass die öffentlich zugesagten Antworten auf seine Bürgeranfragen vom 22.04.2020 umgehend beantwortet werden. 

Titelfoto: Homepage Helferkreis Asy