Von grünen Vögeln, kolumbianischer Lebensfreude und der Last der Liebe

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„Stille Töne“ mit Jules, Senorita und Benni Benson

7. März 2014
Heylsschlösschen Worms:

Mittlerweile eine feste Institution in der Wormser Livemusik-Landschaft, erfreute sich auch die jüngste Auflage der „Stille Töne“ Reihe eines ungebrochenen Publikumszuspruchs. Jeder Stuhl besetzt und jeder Stehtisch ebenso, zeugten von einem ausverkauften Haus.

Nun ist das Heysschlösschen nicht die SAP Arena. Doch gerade der intime Rahmen macht, in Kombination mit jungen talentierten Musikern, die i.d.R. lediglich mit einer akustischen Gitarre auskommen, den Reiz dieser Veranstaltung aus. Auch dieses Mal galt es wieder, drei junge Musiker zu entdecken. Den Anfang machte die aus München stammende Jules, die im bürgerlichen Leben auf den Namen Julia Nagel hört und sich seit 2010 im Musikbusiness bewegt. Mittlerweile verschlug es sie nach Mannheim, wo ihr, im Vergleich zu München, seltsame grüne Vögel auffielen, die bei uns unter dem Namen „Wellensittich“ mehr Bekanntheit genießen. „Green Birds“ hieß dann auch ein Song, der in seiner ruhigen entspannten Spielweise typisch für das Songwriting der sympathischen Künstlerin war. Lediglich bei einem Song über eine gescheiterte Beziehung geriet ihr Auftritt ein wenig emotionaler. Deutlich temperamentvoller ging es bei der Deutsch-Kolumbianerin Irene Clausse Gomez zu, die seit 2010 unter dem Namen Senorita auf Deutschlands Bühnen unterwegs ist und bei „Jazz & Joy 2012“ mit feurigen Rhythmen überzeugte. Doch es war nicht nur mittelamerikanische Lebensfreude, die die Musikerin vermitteln wollte. Nebenbei fand sie noch kritische Worte für ihr von Gewalt und Korruption gebeuteltes Heimatland. Ganz in der Tradition der klassischen Singer/Songwriter Schule stand der Augsburger Musiker Benni Benson, der bereits im letzten Jahr in dieser Reihe auftreten sollte, aber krankheitsbedingt absagen musste. Als einziger Künstler sang er in Deutsch, mal leidend, mal klagend von der Last der Liebe. Mit schönen Melodien im Gepäck, gab er den Texten den passenden Rahmen und überzeugte als würdiger Abschluss eines gelungenen Konzertabends. Abgerundet wurde der Abend durch die passenden Weine vom Weingut Müsel.

FAZIT: Wieder einmal zeigte die Konzertreihe im stilvollen Heylsschlösschen, dass man für einen guten Song nicht mehr als eine Gitarre, einen guten Text und eine wohlklingende Stimme benötigt.