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WENN NACHBARN ZUM ENTSPANNTEN MUSIKSONNTAG LADEN

Ein Blick zurück auf den „Lazy Sunday Afternoon mit Tom Bola“

11. Januar 2026 | Hamburger Tor Worms: Seit mehreren Jahren lädt der Verein Hamburger Tor e.V. in der Wormser Altstadt Musikinteressierte dazu ein, gemeinsam mit Livemusik, netten Gesprächen, Kaffee und/oder Wein einen entspannten Sonntagnachmittag zu genießen.

Zum Jahresauftakt begrüßte der Nachbarschaftsverein den regional bekannten Musiker Tom Bola. Bekannt ist Bola in erster Linie als Teil von Bands (beispielsweise die Neil Young Tribute Band „Loners United“) oder zumindest eines Duos („Jen und Tom“). Bei seinem Auftritt zum Jahresauftakt hatte er indes nur seine Stimme und seine Gitarre – nebst technischen Spielereien – im Gepäck. Letztere beschränkten sich auf einen Loop Sequenzer, der allerdings sehr reduziert zum Einsatz kam. Im Zentrum von Bolas Programm standen wiederum Gitarre, Mundharmonika und Vocals, sowie reduziert gespielte Songs, deren Ursprung zumeist in den 60er und 70er Jahren zu finden war.

Bola war es bei der Auswahl der Songs wichtig, abseits von Gassenhauern eher weniger bekannte Songperlen wie „May you never“ von John Martyn oder „The Letter“ von The Box Tops zu Gehör zu bringen. Oder auch kleine Nummern von großen Namen, wie Bob Dylans „If not for you“. Ganz ohne bekannte Nummern ging es dann aber doch nicht. „I’m only sleeping“ von The Beatles erklang in einer melancholisch sonntagsfreundlichen Version ebenso wie John Sebastians Hit „Daydream“ oder zum Finale Joni Mitchells „Woodstock“. Dem leisen, zurückgenommenen Spiel Bolas kam dabei der trockene Sound des Vereinslokals zugute, der den Songs noch mehr Erdung vermittelte, auch wenn Bola zuweilen mit der Redseligkeit des Publikums konkurrieren musste.

Fazit: Gelungener Jahresauftakt zu einer nicht minder gelungenen Konzertreihe im Herzen der Altstadt. Ermöglicht wird diese durch die ehrenamtlichen Helfer, die allesamt Anwohner sind und zeigen, dass man in der Altstadt einfach einen „Lazy Sunday Afternoon“ verbringen kann.
Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf