Zu einer miesen Ehe gehören immer zwei

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Aufführung des Saisonstücks „Ein ungleiches Paar“ der Wormser Volksbühne

14. September 2016
Volksbühne Worms:

Schon der legendäre britische Schriftsteller William Shakespeare wusste: „Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann“. Ganz in diesem Sinne inszeniert die Volksbühne auch mit ihrem neuesten Saisonstück „Ein ungleiches Paar“ allerbestes Boulevardtheater, das abseits der täglichen Gräuel in dieser Welt prächtige Unterhaltung bietet.

Geschrieben wurde das Stück von Amerikas großen Komödienautor Neil Simon und ist im Grunde die weibliche Version seines Hits „Ein seltsames Paar“, das große Berühmtheit durch die gleichnamige Verfilmung mit Jack Lemmon und Walter Matthau erlangte. Die Sportjournalistin Olive lebt ein gemütliches Leben in ihrem Single-Appartement mitten in New York. Mit der Ordnung nimmt sie es nicht so genau, lieber nutzt sie die Zeit, um mit ihren vier Freundinnen Trivial Pursuit zu spielen. Eines Abends nimmt die gesellige Runde allerdings ein jähes Ende: Florence, die sechste im Bunde, steht heulend vor der Tür – ihr Mann hat sich nach 14 gemeinsamen Ehejahren von ihr getrennt. Und wofür sind Freunde da? Ohne großartig nachzudenken, bietet Olive ihr Asyl an. Damit nimmt die Katastrophe ihren Lauf, denn die Frauen sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Schon bald gleichen sie einem widerspenstigen Ehepaar. Bereits das liebevoll gestaltete Bühnenbild vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, mitten in dem Appartement zu sitzen und live dabei zu sein, wenn die pedantische Florence die nachlässige Olive und ihre Freundinnen zunehmend in den Wahnsinn treibt. Wie immer ist das vom Volksbühnenensemble lustvoll gespielt und mit einem sicheren Gespür für Timing inszeniert. Besonders Ina Krehbiel (Olive) und Nicole Schmitt (Florence) begeistern in ihren Rollen, Krehbiel könnte hierbei glatt als verlorene Schwester des unvergesslichen Walter Matthau durchgehen.

FAZIT: Im Grunde kopiert sich der Autor Neil Simon mit dem Stück selbst. Wenn eine Kopie dermaßen frisch rüberkommt wie diese Inszenierung, dann ist das ein verzeihbarer Makel. Das Stück wird bis zum Ende des Jahres freitags und samstags aufgeführt. Genaue Termininfos gibt’s in unserem Terminkalender oder auf der Homepage der Volksbühne.