Eine GroKo, aber unter wessen Leitung?

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Egal, wie sich die Wähler am 13. März letztendlich entscheiden, so viel scheint sicher zu sein: Die AfD (Alternative für Deutschland) wird die Parteienlandschaft kräftig durcheinanderwirbeln und das Schmieden von Mehrheiten auch in Rheinland-Pfalz erheblich erschweren.

Sowohl Rot-Grün also auch Schwarz-Gelb werden aller Voraussicht nach keine verlässlichen Mehrheiten erhalten, wenn die AfD als dritte Kraft im Lande tatsächlich bei 8 – 9% landet. Da sowohl Dreyer (SPD) als auch Klöckner (CDU) eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen haben, sind Schwarz-Blau oder Rot-Blau eher unwahrscheinliche Varianten. Nur eine absolute Mini-Chance wäre einer Ampel-Koalition einzuräumen, da die FDP in Rheinland-Pfalz bisher kategorisch ausgeschlossen hat, eine Koalition mit Rot-Grün einzugehen. Von daher bleibt als wahrscheinlichste Lösung eine Große Koalition zwischen CDU und SPD – je nach Mehrheitsverhältnissen mit einer Ministerpräsidentin Klöckner oder Dreyer. Weil eine andere Koalition ohne Ausschluss der AfD aktuell kaum möglich scheint, bliebe Dreyer nur noch die Möglichkeit, auf Neuwahlen zu setzen, was aber beim Wähler durchaus auch nach hinten losgehen könnte. Von daher wird die entscheidende Frage lauten, welche Partei die meisten Stimmen erhält und somit die Ministerpräsidentin stellen darf. Während Malu Dreyer (SPD) zwischenzeitlich aufgrund aktueller Umfrageergebnisse weit abgeschlagen schien, hat sich die Amtsinhaberin zuletzt wieder aufgerappelt und konnte im Wahlkampf ihre Beliebtheit in die Waagschale werfen. Für Julia Klöckner (CDU) ist die Landtagswahl dagegen eine echte „Alles-oder-nichts-Wahl“, gilt sie doch bei einem Erfolg als siegreiche Ministerpräsidentin automatisch auch als Kronprinzessin auf das Amt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deren umstrittene Flüchtlingspolitik könnte Klöckner jedoch noch den sicheren Sieg kosten. Von daher ist Klöckner derzeit in einer blöden Situation. Grenzt sie sich ab von Merkels Politik und gewinnt dadurch die Wahl, könnte sie sogar deren Nachfolgerin werden. Geht sie aber auf Distanz zu Merkel und verliert die bereits sicher geglaubte Landtagswahl in Rheinland-Pfalz doch noch, dürfte die einstige Weinkönigin schneller wieder in der Versenkung verschwinden, als ihr lieb und recht ist.