Berufe mit Zukunft

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Auch in Krisenzeiten sind Handwerksberufe gefragt

Als die Republik ins Home-Office ging, liefen auf Baustellen viele Arbeiten weiter: Trotz drastischer Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie hat die Baubranche in Worms mit einem Großteil ihrer Kapazität weitergearbeitet. Damit leisteten die Beschäftigten einen entscheidenden Beitrag zur Stützung der regionalen Wirtschaft.

„Es sind die Maurer und Zimmerleute, die Landschaftsgärtner, die Dachdecker und Straßenbauer. Und vor allem auch die, die für den Nachschub auf dem Bau sorgen: die Beschäftigten der Baustoff-Industrie. Sie alle halten einen zentralen Wirtschaftszweig in Worms am Laufen. Denn wer auch in der Krise für mehr Wohnraum und funktionierende Straßen sorgt, der baut mit seinem Job ein Stück an der Zukunft. Damit leisten Bauleute einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesellschaft“, so Rüdiger Wunderlich von der IG Bauen. „Handwerker sind extrem gefragt – auch in Zeiten von Corona“, so der Bezirksvorsitzende der IG Bauen. Und das gilt, obwohl sich die Zeiten ändern. Zwar werden in einer zunehmend digitalisierten Welt zukünftig Software-Entwickler/in, IT-Systemelektroniker/ in oder Informatikkaufleute gefragt sein, gleichzeitig werden aber auch klassische Handwerksberufe nicht aussterben. Wer eine verstopfte Toilette hat, wird auch in 20 Jahren noch eine Kanalreinigung beauftragen und bei Problemen mit der Heizung muss auch zukünftig ein Heizungsinstallateur ran. Wie sich aber auch diese Berufsfelder verändern, zeigt das Beispiel Anlagemechaniker/ in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Vereinfacht gesagt sorgen Anlagemechaniker dafür, dass das Wasser läuft . Die Aufgaben dahinter sind jedoch sehr komplex und die Projekte werden durch die Digitalisierung immer anspruchsvoller. Smart Homes, moderne Bäder, Solaranlagen, kleine und große Heizungsanlagen – Installateure und Heizungsbauer realisieren komplexe technische Systeme und haben viel Kontakt mit Menschen. Der Wunsch nach mehr Umweltschutz, das Streben nach Energieeinsparung und neue Technologien machen fachkundige Berater bei jedem Bauvorhaben unerlässlich. Der Boom der Baubranche und der große Bedarf an Modernisierungsmaßnahmen haben diesem abwechslungsreichen Beruf zudem gehörig Aufwind verschafft . Auch die Arbeit von Fliesenlegern, Monteuren oder Elektronikern wird weiterhin gefragt sein, während die Tech-Branche unaufhörlich weiterwächst und jede Menge technische Berufe mit Zukunft bietet. So kann man als Ingenieur/ in bzw. Maschinenbauer/in an Maschinen, Robotern oder selbstfahrenden E-Autos tüfteln, die die Arbeitsprozesse des Betriebes erleichtern. Im Bereich Wind- und Solarenergie warten Berufe wie Fachkraft für Solartechnik, Energietechniker/in oder Anlagenmechaniker/in.

BERUFE IM WANDEL DER ZEIT
Selbst der ohnehin schon sehr abwechslungsreiche Beruf Raumausstatter/ in hat sich durch den Einsatz von modernen Technologien stark gewandelt. Hier ermöglichen 3D-Skizzen eine realitätsnahe Vorschau von Innenausstattungen oder das Arbeiten mit sogenannten Augmented-Reality-Brillen, mit denen Kunden die 3D-Welten ihrer neuen Einrichtung begehen können. Das gilt auch für den Beruf Stuckateur/ in. Kunsthandwerklich erschaffen Stuckateure Stilelemente und arbeiten an der Restaurierung von Denkmälern mit. Am Bau spielen sie eine elementare Rolle: Gute Aussichten bringt die Digitalisierung auch für diese Handwerkskunst. Stuckateure arbeiten klassisch und sehr vielseitig. Egal ob Wände, Decken, Fassaden, Innen- und Außenputz – beim Bau und bei der Restaurierung von Gebäuden geht kaum etwas ohne sie. Der Boom des 3D-Drucks, der seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat, verschafft den Stuckateuren neue Gestaltungsmöglichkeiten und vereinfachte Arbeitsabläufe. Eine Weiterbildung zur Fachkraft für 3D-Drucktechnologien (IHK) ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft . Während die Corona-Pandemie verschiedene Teile der deutschen Wirtschaft stark getroff en hat, halten sich die Auswirkungen auf die Baukonjunktur bislang noch in Grenzen. In Krisenzeiten hat sich die Baubranche als resistent erwiesen, weshalb Handwerksberufe für Jugendliche zunehmend wieder an Bedeutung gewinnen.

AUSBILDUNGSBERUFE MIT ZUKUNFT

ISOLIERFACHARBEITER/IN / INDUSTRIE-ISOLIERER/IN: Dass man Wände dämmt, um die Wärme im Haus zu speichern und es vor Kälte zu schützen, ist jedem klar. Dass auch Rohrleitungen, Apparate oder Behälter gedämmt werden müssen, weiß nicht unbedingt jeder. Schließlich wird so dafür gesorgt, dass eine Heißwasserleitung nicht unnötig viel Energie verliert. In der dreijährigen Ausbildung zum Industrie-Isolierer spezialisierst du dich auf die Industrieisolierung und lernst, wie du mit unterschiedlichen Dämmstoff en beispielsweise große Anlagen in Kraft werken isolierst. Da es sich um eine Stufenausbildung handelt, absolvierst du vorher die zweijährige Ausbildung zum Isolierfacharbeiter.

INDUSTRIEMECHANIKER/INNEN stellen Bauteile und Baugruppen für Maschinen und Produktionsanlagen her, richten diese ein oder bauen sie um. Sie überwachen und optimieren Fertigungsprozesse und übernehmen Reparatur- und Wartungsaufgaben. Industriemechaniker/in ist ein 3,5-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handel. Industriemechaniker/ innen finden Beschäftigung in Unternehmen nahezu aller produzierenden Wirtschaft sbereiche.

ELEKTRONIKER/IN FÜR AUTOMATISIERUNGSTECHNIK: Du liebst es, in feinster Kleinstarbeit komplexe Probleme zu lösen? Dann solltest du unbedingt die Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik in Betracht ziehen, denn danach kannst du jeden Tag hochkomplexe, rechnergesteuerte Industrieanlagen einrichten. Du hast also ganz viele Einzelteile, die es so zusammenzusetzen gilt, dass sie am Ende ein automatisch arbeitendes Gesamtsystem bilden. Klingt interessant? Ist es auch! Für eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik solltest du gute Kenntnisse in Mathematik und Informatik mitbringen, damit du die komplexen Zusammenhänge auch verstehst.

MECHATRONIKER/IN: Kaum ein Unternehmen aus Industrie und Handel kommt ohne sie aus: Roboter. Tatsächlich ersetzen sie die arbeitenden Menschen aber nicht, sondern unterstützen diese in immer komplexer werdenden Arbeitsabläufen. Mechatroniker haben die zentrale Aufgabe, die fehlerfreie Funktionsweise dieser Geräte voller High-Tech zu sichern und werden somit überall dort gebraucht, wo es Maschinen gibt – also nahezu überall. In einer Zeit, in der unser Shoppingalltag hauptsächlich online stattfindet, ist die Fachkraft für Lagerlogistik immer mehr gefragt. Aber was passiert eigentlich zwischen dem Klick auf Bestellen und dem Klingeln des Paketboten? Ein gut durchdachtes System, das Fachkräfte für Lagerlogistik betreiben!

Weitere interessante Ausbildungsberufe unter: www.ausbildung.de