Ein Jahr ohne das Heimatjahrbuch für die Stadt Worms ist nur schwer vorstellbar. Seit 17 Jahren gehört das in- formative Buch zum Stammrepertoire des Worms Ver- lags. Unter der Leitung der Wormser Journalistin Ulrike Schäfer zusammengestellt, finden sich in dem 224 Seiten starken Buch einmal mehr vielfältige Geschichten, die in diesem Jahr unter dem Motto „SchUM Welterbe“ stehen, wobei das Thema „SchUM“ lediglich 16 Seiten beansprucht, aber durch kleine Interviews im Verlauf des Buches immer wieder kurz aufblitzt. Die restlichen Seiten gehören Porträts über lebende Personen, wie das Interview mit Ilse Kron-Weber, die eine der Initiatorinnen des Abenheimer Skulpturenwegs ist, oder auch längst verstorbene Personen, wie der ehemalige Kulturdezernent Gunter Heiland, der von Karl-Heinz Deichelmann gewürdigt wird. Neben diesen eher bekannten Persönlichkeiten konfrontiert das Buch den Leser aber auch mit unbekannten Personen wie Andreas Hellmann. In Wiesoppenheim geboren, verschlug es den Schneider Anfang des 19. Jahrhunderts nach Worms, ehe er schließlich nach Amerika auswanderte, wo er eine traurige Berühmtheit erlangte. Dort wurde aus Andreas Hellmann Andrew Helman alias Adam Horn. Bekannt wurde er durch die grausigen Morde an seinen beiden Ehefrauen. 1844 endete sein Leben am Galgen, zugleich ging er unter dem Namen „Hatchet Man“ in die amerikanische Kriminalgeschichte ein. Zahlreiche Google Einträge zeugen heute noch von seinen grausigen Taten. Deutlich friedlicher geht es in den Texten über die Nikolaus-Ehlen-Siedlung oder in Carlo Rivas Erzählung über seine italienische Herkunft zu. Aufgelockert wird das Buch zu Beginn durch einen visuellen Jahresrückblick mit Bildern des bekannten regionalen Fotografen Rudolf Uhrig. Kurzum, einmal mehr ein unverzichtbares Buch für alle, die mehr über ihre Heimat wissen wollen.

Herausgeberin:

Ulrike Schäfer Worms Verlag

15 Euro | 224 Seiten

ISBN: 978-3-947884-89-6

 

Gelesen von Dennis Dirigo