Die einzig vernünftige Lösung

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Vereine der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar mehrheitlich für Saisonabbruch

Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der Spielbetrieb der Oberliga Rheinland-Pfalz Saar aufgrund der Corona-Pandemie bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Gleichwohl war bei einer für den 29. April einberufenen Telefonkonferenz, an der sowohl alle 18 Vereine als auch Vertreter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar teilnehmen, ein klares Meinungsbild erkennbar.

Entgegen der Empfehlung des Südwestdeutschen Fußballverbandes, die Saison ab dem 1. September fortzusetzen, plädierte die überwiegende Mehrheit der Vereine für einen sofortigen Abbruch der Saison.
Auch der Vorstand von Wormatia Worms hatte sich im Vorfeld der Konferenz klar positioniert: „Uns ist bewusst, dass unsere Mannschaften die Saison am liebsten auf sportlichem Weg beenden möchten. Wir als Vorstand des VfR Wormatia können der Empfehlung des SWFV jedoch nicht folgen und müssen uns klar für den sofortigen Abbruch der Runde aussprechen, egal in welcher Form. Dabei bevorzugen wir die Wertungsvariante mit Auf-, aber ohne Absteiger. Der VfR Wormatia erachtet diese Variante als die sinnvollste, vor allem unter Berücksichtigung der erschwerten finanziellen Situation, die ab dem Monat Juli eintreten wird. Die Vereine wären bei einer Fortsetzung der Saison 2019/20 gezwungen, spätestens zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs die kompletten Personalkosten bis zum Ende der nachgeholten Spiele (November, Dezember?) zu tragen, ohne dass bis zum Start der neuen Saison weitere Sponsoringeinnahmen zu erwarten wären. Das Geschäftsjahr des Fußballs würde durch eine Weiterführung der Saison nicht mehr zum 30.06. enden, was hinsichtlich der bestehenden Verträge mit Sponsoren und Spielern aus Sicht des VfR Wormatia nicht umsetzbar ist. Die Einnahmen aus dem reinen Spielbetrieb reichen in keinster Weise aus, um die laufenden Kosten zu decken. Bei einem Verein in unserer Größenordnung würde das ein monatliches Minus im fünfstelligen Bereich bedeuten.“

Bei der Telefonkonferenz favorisierten die Vereine mit deutlicher Mehrheit (15 dafür, 2 dagegen, 1 Enthaltung) die Lösung, die laufende Runde nicht über den 30.06. hinaus fortzusetzen. Sollte es unmöglich werden, die Saison wegen der staatlichen Verfügungen auf sportlichem Wege zum Abschluss zu bringen, wird deren Beendigung empfohlen. Maßstab zur Ermittlung des Meisters und Aufsteigers soll das aktuelle Tabellenbild sein, Absteiger soll es keine geben. Das Präsidium des Regionalverbandes wird sich nunmehr zeitnah mit der Thematik beschäft igen. Ein Abbruch der Saison dürfte aber die wahrscheinlichste und letztendlich auch vernünftigste Lösung, gerade für die kleinen Vereine, sein. Für Wormatia Worms würde damit eine Saison, in der sicherlich mehr drin war, vorzeitig auf Platz 7 enden. Das Oberligaheimspiel mit den meisten Zuschauern (1.264) war das Derby am 28.09.2019 gegen die TSG Pfeddersheim, das die Wormatia nach einer dramatischen Schlussphase mit 3:2 für sich entscheiden konnte. Den 3:1-Sieg in der Pokalpartie gegen Pfeddersheim am 04.09.2019 sahen sogar 1.271 Zuschauer. Bis zum Ausbruch der Corona-Krise war das der Zuschauerrekord der laufenden Saison. Damit die Fans die Wormatia auch in der spielfreien Zeit unterstützen konnten, startete der Verein eine Doppelpackticket-Aktion, bei der man Tickets für ein virtuelles Spiel gegen den neuartigen Gegner, SARS-Cov-2, am 2. Mai erstehen konnte. Bis zum Beginn des Spiels, das der VfR laut Liveticker sensationell mit 5:3 gewann, hatten die Wormatia-Fans sage und schreibe 1.798 Tickets gekauft – das war der neue Zuschauerrekord einer denkwürdigen Saison, die vermutlich vorzeitig enden wird.