Die Nibelungenhorde feiert 20-jähriges Jubiläum
Eine Pressemitteilung der Nibelungenhorde e.V.

Das theaterpädagogische Jugendprojekt ist 2006 als einmaliges, vierwöchiges Projekt gestartet. In den letzten 20 Jahren ist es gewachsen, hat sich entwickelt und verankert: Nun ist die Nibelungenhorde ein gemeinnütziger Verein, eine relevante Institution in der Wormser Kulturszene und ein Ort für junge Menschen, um sich über Theater auszuprobieren und zu entwickeln. Aufgrund der positiven Rückmeldungen von inzwischen im Arbeitsleben stehenden ehemaligen Jugendlichen haben wir auch ein Konzept für Auszubildende entwickelt. Diese Seminare zur „Persönlichkeitsentwicklung“ bieten wir Firmen seit 2020 an.
Astrid Perl-Haag, 1. Vorsitzende des Nibelungenhorde e. V.:
„Die Horde wird 20 – wir haben beim ersten Workshop nicht daran gedacht, dass wir dieses Alter erreichen würden. Doch aus einem Projekt im Kulturprogramm der Nibelungen-Festspiele ist dank unserer Förderer, unserer engagierten DozentInnen und vor allem der Jugendlichen ein eigener Verein und eine echte Institution geworden.“
Dieses Jubiläum möchten wir zum Anlass nehmen, um auf die letzten Jahre zurückzuschauen, die Arbeit der Horde nochmals vorzustellen – und auch zu feiern. Denn gerade in der heutigen Zeit sind Räume wie die Nibelungenhorde wichtig. Mithilfe des Theaters wird ein Raum geschaffen, in dem sich Jugendliche „echt“ und ohne Algorithmen begegnen können, in dessen Schutz sie sich ausprobieren können und in dem die Bühne dazu einlädt, Potenziale und sich selbst besser kennenzulernen.
„Es ist das beste Gefühl ever, wenn man auf der Bühne steht“, sagt ein ehemaliger Teilnehmer. Diese Möglichkeit gibt es seit 2006 mit dem ersten Stück unter der Regie von Uwe John: „Siegfried reloaded“, das im Wormser Theater aufgeführt wurde. Seitdem folgten zahlreiche Stücke an verschiedensten Orten. Im Lincoln-Theater, einem großen Unterstützer der Horde, wurde ebenso gespielt wie auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Pfeddersheim, wo 2010 „Winterreise“ unter der Regie von Joern Hinkel aufgeführt wurde. Weitere Stationen waren das EWR-Kesselhaus sowie der Hof der Familie Heyl in Bobenheim mit dem Stück „Das blaue Flüstern“ im Jahr 2014 und – im schwierigen Corona-Jahr 2021 – der Herrnsheimer Schlosspark mit „Get in touch“.
In Paris haben 53 Jugendliche 2008 bei der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi im Stade de France mitgewirkt – ein Riesenerlebnis. Die Nibelungenhorde hat außerdem im Auftrag der Unfallkasse Rheinland-Pfalz den Antimobbingfilm „Alle Tage wieder“ im BIZ gedreht, der allen Schulen in Rheinland-Pfalz zur Verfügung steht. In allen Aufführungen wirken die Jugendlichen bei der Entwicklung von Texten und Szenen mit und schreiben eigene Songs, begleitet von professionellen DozentInnen.
Dieses Jahr soll es wieder zurück auf die große Bühne im Wormser Theater gehen – mit dem Stück „Penthesilea – Wildes Herz“ unter der Regie von Uwe John.
Für die Jugendlichen war nicht nur die Erfahrung prägend, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sondern auch der Austausch mit den Nibelungen-Festspielen: Schauspieler wie Andreas Bisowski, der auch 2009 „Furcht und Hoffnung“ inszenierte, Thilo Keiner, Franz Xaver Kroetz oder Dieter Mann kamen zur Horde, um ihre Erfahrungen zu teilen. Einige „Hordlinge“ konnten umgekehrt durch Praktika oder Jobs – sei es hinter der Bühne oder als Statisten – bei den Nibelungen-Festspielen Theaterluft schnuppern und verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen. Ein weiteres Highlight ist der jährliche Besuch der Generalprobe, bei dem die Teilnehmenden schon vorab die Inszenierung der „Profis“ erleben können.
Die Nibelungenhorde ist in den letzten 20 Jahren gewachsen: Mehr als 350 Teilnehmende waren bei den verschiedensten Workshops und Aufführungen dabei. Dabei geht es nicht darum, Schauspieler oder Schauspielerin zu werden, auch wenn einige Ehemalige diesen Weg eingeschlagen haben. Vielmehr laden die Inhalte der Workshops dazu ein, die eigene Komfortzone zu verlassen und Neues über sich und andere zu entdecken. Schauspielimprovisation, Choreografie, Körpertraining wie Suzuki oder Physiodrama, Stimmtraining und auch Musizieren eröffnen Möglichkeiten, die fernab von Schule liegen – und dennoch hilfreich für den weiteren Weg sein können. Der Spaß und das Ausprobieren stehen dabei immer im Vordergrund – ganz ohne Leistungsdruck. Denn: Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Aber eines kann man sagen: Es ist wertvoll und wichtig, dass es einen Ort wie die Nibelungenhorde gibt. Einen Ort, der jungen Menschen Halt gibt und an dem sie sich angenommen fühlen. Der Verein möchte auch in Zukunft vielen Jugendlichen genau diesen geschützten Raum ermöglichen – einen Ort, an dem sie einfach sie selbst sein dürfen, mit allem, was sie mitbringen.
Denn wie ein ehemaliger Teilnehmer aus dem Jahr 2006 sagt:
„Trau dich, und du wirst sehen – es wird sich dein ganzes Leben lang auszahlen.“
Save the date: Sommerworkshop mit Aufführung „Penthesilea – Wildes Herz“
29. Juni – 18. Juli 2026 im Kulturprogramm der Nibelungen-Festspiele.
Anmeldung und weitere Infos unter: nibelungenhorde.de sowie auf Facebook, Instagram und TikTok.




