Drei Geschwister im Zeichen der Kunst

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Rückblick auf die Ausstellung „Gemeinsam Anders“

26.09 – 04.10.2015
Kunsthaus Worms

Es kommt in der Malerei nicht allzu oft vor, dass Geschwister gemeinsam eine Ausstellung eröffnen, und noch seltener kommt es vor, dass diese über ein ebenbürtiges Talent verfügen. Im Falle der Geschwister Donner treffen beide Komponenten zu. „Gemeinsam Anders“ hieß ihre Ausstellung, bei der sie einen kleinen Einblick in ihr künstlerisches Universum gaben.

Ideengeber war Hans-Martin Donner, der seine beiden Schwestern Regine Lueb und Sibylle Donner-Mayer dazu einlud, gemeinsam mit ihm im Kunsthaus auszustellen. Der Bruder selbst bezog vor zwei Jahren ein Atelier im Kunsthaus. Eigentlich Unternehmensberater, beschloss er irgendwann sein Leben umzukrempeln und als freischaffender Künstler tätig zu sein. Das bedeutete zwar auch Einschränkungen hinzunehmen, aber das war es ihm wert. Seit über zehn Jahren ist er künstlerisch tätig. Er besuchte nie eine Kunsthochschule und bezeichnet sich daher als Autodidakt. Wenn man mit ihm spricht, bemerkt man die Leidenschaft für das, was er tut. Er weiß, dass der Weg für den er sich entschied, der richtige ist. Was seine Ausdrucksformen betrifft, so möchte er sich ungern auf eine Kunstform festlegen. Schon seine Malereien zeigen eine enorme Bandbreite. Mal arbeitet er präzise wie ein technischer Zeichner, lässt immer wieder geometrische Formen einfließen und bearbeitet diese mit einer fast rauschhaften Farbskala, wie man das einst bei dem Pop Art Künstler Robert Rauschenberg kannte. Dann verblüfft er wieder mit einer feinen Pinselführung, wie in dem Triptychon „Leidenschaft“, in der er sich der Anatomie der menschlichen Bewegung widmet. Donners derzeit bevorzugtes Werkmaterial ist jedoch das Holz in Verbindung mit mitteldichten Faserplatten. Auf ihnen erschafft er hypnotisch wirkende Formen und Figuren. Mal ist es ein Labyrinth, das von Escher inspiriert sein könnte, dann ist es wieder ein weiß gehaltenes sonnenartiges Gebilde, das einem bei längerer Betrachtung geradezu in das Bild hineinzieht. In Sachen Talent ebenso wie ihr Bruder gesegnet, überzeugten auch die Arbeiten seiner beiden Schwestern. Regine Lueb ist seit 1999 als freischaffende Künstlerin in Augsburg tätig. Ihr bevorzugtes künstlerisches Ausdrucksmittel ist die Malerei. Pendelnd zwischen Acryl, Zeichnungen und Radierungen stehen motivisch oft scheinbare Nebensächlichkeiten im Vordergrund, denen sie durch die Detailbetrachtung eine besondere Bedeutung gibt. Mal sind es einfach nur Kieselsteine am Strand oder die Segel, die durch das Windspiel ein scheinbares Eigenleben entwickeln. Dann ist es wieder die makabre Schönheit der Zerstörung, wie auf dem Bild „Teneriffa nach dem Waldbrand“. Was die Bilder verbindet, ist ihre poetisch verführerische Farbkomposition. Stillleben im besten Sinne. Sibylle Mayer-Donner ist studierte Grafik-Designerin und hat somit bereits das Rüstzeug für ihr künstlerisches Schaffen quasi von der Pike auf gelernt. Zahlreiche Auszeichnungen bei Kreativwettbewerben im Design- und Kampagnenbereich unterstreichen dieses Talent. Ihre Zeichnungen, die anschließend dezent mit Aquarell bearbeitet werden, widmen sich in erster Linie der Natur, genauer gesagt der Tierwelt. Die besondere Note ist hierbei die feine Ironie, die diese Bilder prägt. In dem Bild „Mama?“ porträtiert sie zum Beispiel eine Gans, die – offensichtlich leicht verwirrt – eine Spielzeug Babygans neben sich herzieht. Oder die drei „Schrägen Vögel“, ein Bild, das mit seiner Doppeldeutigkeit amüsiert. Immer wieder bricht sie ihre detailgenauen Beobachtungen durch den humorvollen Unterton. Leider war diese Ausstellung nur an wenigen Tagen im Kunsthaus zu sehen, so dass bei Interesse ein Besuch der Homepage unumgänglich ist. Selbstverständlich sind die meisten Bilder auch käuflich zu erwerben. Ein Besuch der Seiten lohnt sich.

Fazit: Talent liegt offensichtlich in der Familie. Schon seit Kindertagen begeisterten sich alle drei für die Kunst. Es war faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich, trotz selber Wurzeln, die Herangehensweise an Malerei sein kann.

INFOS:
Hans Martin Donner: www.atelier-donner.de
Regine Lueb: www.regine-lueb.de
Sybille Mayer Donner: www.art.donner-mayer.de