Ein Fall für die Zauberpolizei oder einfach nur Unterhaltung?

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Die Magier 2.0

17. Januar 2019 | Lincoln Theater Worms:Betrachtete man sich Wochen vor der Show das Plakat des magischen Quartetts „Die Magier 2.0“, glaubte man bereits zu erahnen, was einem für einen Abend lang im Lincoln Theater erwarten würde; nämlich eine glamouröse Show, wie sie die Kleinkunstbühne noch nie zuvor gesehen hat.

Mitte Januar war es dann soweit, aufgeregt betraten die Gäste den Theaterraum, um festzustellen, dass die Show offenbar mit Glamour so viel zu tun hat wie Helene Fischer mit einem anspruchsvollen Konzert. Ein Banner, zwei kleine Tische, bestückt mit den üblichen Zauberrequisiten (Tücher, ovale Behältnisse, Flaschen), und seitlich ein paar Stühle. Das war’s. Show-Erfinder und Magier-Quartett-Chef Christopher Köhler entschied sich in Anbetracht des offenbar spartanischen Showkonzepts für das Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ und kokettierte von Beginn an offensiv mit diesem Umstand und erklärte, dass es kein Stadion wie bei den Ehrlich Brothers bedürfe, um Magie zu verbreiten. Vielmehr sei Zauberei bei ihm noch etwas Intimes. Während Köhlers Kölner Kotter Schnauze seine wahre Stärke zeigte, die offenbar eher im Comedy Bereich liegt, wirkten seine Zaubertricks, als hätte er diese im VHS Grundkurs „Zaubern für Anfänger“ eben mal schnell gelernt. Für die Magie waren an diesem Abend sowie die drei anderen Herren (Mentalist Lars Ruth und die Illusionisten Swann und Der Maskierte), die bereits auf dem Plakat für den nötigen mysteriösen Effekt sorgten, verantwortlich. Mit drei ist hier natürlich zwei gemeint, da einer in zwei verschiedenen Rollen auftrat, was natürlich kaum auffiel (Vorsicht, Ironie!) und fairerweise im Finale von Köhler auch entsprechend aufgeklärt wurde. Am Ende des Abends mochte sich Köhler zumindest mit einem eindrucksvollen Zaubertrick aus Worms verabschieden, doch dieser gelang ihm nicht, sodass er als Höhepunkt ein improvisiertes Hörspiel mit einem Zuschauer inszenieren wollte. Das sollte Lacher bringen, allerdings hatte der Kölner die Rechnung ohne den Wormser Yannick gemacht. Yannicks Auffassungsgabe schien leider sehr begrenzt zu sein, was zur Folge hatte, dass die Geräuschvertonung, mit der er Köhler begleiten sollte, an den meisten Stellen einem Stummfilm glich. Zum Glück zeigten sich die anderen Zuschauer, die zuvor auf die Bühne geholt wurden, auf einem geistig deutlich gesünderen Niveau.

Fazit: Köhlers größter Zaubertrick an diesem Abend war es, dem Publikum eine Comedy Show mit magischen Einlagen als große Zauberschule zu verkaufen. Unterhaltsam war das allemal, nur eben nicht das, was man zuvor erwartete.