Eine perfekte Illusion – mit stimmlichen Abstrichen

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Konzertkritik zur Dire Straits Tribute-Band „Brothers in Arms“

18. Oktober 2019 | Das Wormser (Mozartsaal) in Worms:

Zehn Jahre lange feierte die britische Band Dire Straits einen Erfolg nach dem anderen, versammelte eine eindrucksvolle Fangemeinde hinter sich und erreichte Kultstatus. Ende 1988 war schließlich Schluss. Sänger und Gitarrist Mark Knopfler verkündete das Ende (die kurzzeitige Reunion 1993 außen vor gelassen). Doch auf die Musik muss der geneigte Fan, dank akribisch arbeitender Tribute-Bands, nicht verzichten.

Nach Selbstaussage der deutschen Band „Brothers in Arms“ handelt es sich bei der 2002 gegründeten Tribute-Band gleichmal um die authentischste und zugleich einzigartigste Band. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie 2002 überhaupt die erste Band waren, die es sich zur Aufgabe machte, die großen Hits, wie „Money for nothing“, „Sultans of Swing“ oder das namensgebende „Brothers in Arms“, werkgetreu auf die Bühne zu bringen. Das gelang der Tribute-Band in Worms auch in weiten Teilen. Im Mittelpunkt stand natürlich Mark Knopflers charakteristisches Gitarrenspiel, welches von Andreas Leisner nahezu perfekt kopiert wurde. Schwieriger wurde es jedoch bei der Reproduktion von Mark Knopflers einzigartigen Gesangsstil. Knopflers Vocals erinnerten stilistisch an Bob Dylans Sprechgesang, wirkten oftmals dahingemurmelt und entwickelten mit ihrer hingeworfenen Schnoddrigkeit eine eigene Charakteristik, die nur schwer zu wiederholen ist. Während Leisner in der Rolle des Leadsängers bei den rockigen Nummern dahingehend eine gute Figur machte, stieß er bei ruhigeren Nummern, wie dem kultigen „Brothers in Arms“, schnell an die Grenzen des Machbaren. Zu hart, zu gewollt klang die Lässigkeit und behinderte in diesen Momenten die Illusion, das Original vor Aug‘ und Ohr‘ zu haben. Details, an denen sich eine Tribute-Show – mit dem Anspruch, die authentischste sein zu wollen – messen lassen muss.

Fazit: Das Publikum stieß sich an diesen Details weniger und zeigte sich ob der ansonsten einwandfreien Leistung begeistert, sodass im Laufe des Abends die Sitzplätze eher störend wirkten, um den „Walk of Life“ ausgelassen nachtanzen zu können.