„Es macht Spaß, die Leute in unsere Welt mitzunehmen“

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WO! im Gespräch mit Mieze Katz, Sängerin der Band MIA.

Gegründet im Jahr 1997 begann alles mit einer Mischung, die die Band selbst als Elektro Punk bezeichnete. Heute, fünf Alben später, gilt MIA. als eine der besten Live Bands Deutschlands. Im Laufe des Jahres soll auch ihr neues Album „United States of Ich&Du“ erscheinen. Beim diesjährigen Jazz und Joy Festival wird die Gruppe am Samstag, den 16. August um 22 Uhr, auf der Marktplatz-Bühne stehen, um einen Vorgeschmack auf die kommende Platte zu geben. Mittelpunkt des Konzertgeschehens ist die temperamentvolle Sängerin Mieze Katz. WO! sprach mit ihr u.a. über den Alltag des Tourens und ihre Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“, wo sie an der Seite von Dieter Bohlen in der Jury saß.

WO! Du bist seit März zusammen mit deiner Band wieder fleißig am Touren. Hast du Zeit, dir was von den Orten anzuschauen oder verschwimmen diese zu einem Meer von Namen?

Gerade im Sommer, wenn wir früh zum Soundcheck auf dem Festivalgelände eintrudeln, haben wir danach oft ein paar Stunden Zeit, um beispielsweise kurz von Rostock nach Warnemünde an den Strand zu fahren, das sind wunderbare Momente, in denen ich das Leben sehr genieße. Aber es macht auch Spaß, auf dem Gelände zu bleiben und andere Kollegen beim Soundcheck zu besuchen. So oder so, touren wird mir nie langweilig und verschwimmen tut da gerade nichts.

WO! Wie vertreibst du dir die Zeit vor einem Konzert bzw. wie bereitest du dich vor?

Ab zwei Stunden vor der Show bekommt mich keiner mehr zu sehen. Von meiner Zeit als klassische Sängerin bin ich es gewohnt, meine Stimmbänder mit ein paar Übungen in Schwung zu bringen und dasselbe gilt auch für den Rest meines Körpers. Ein paar Kraft- und Dehnungsübungen und mich kann nichts mehr bremsen. 😉

WO! Ihr habt Ende Mai die Single „Queen“ veröffentlicht. Ist demnächst auch mit einem neuen Album zu rechnen, und wenn ja, was erwartet uns?

Sobald der letzte Ton eingespielt und eingesungen ist, werden wir das Album heiß und knackig veröffentlichen. Die Lieder bringen uns aber jetzt schon so viel Spaß, dass wir sie auf den aktuellen Festivals spielen. Es ist zwar immer ein Risiko dabei, weil die Leute die Lieder noch nicht kennen und manchmal mehr zuhören als tanzen, aber es lohnt sich und macht einfach Spaß, die Leute immer wieder mit in unsere Welt zu nehmen und sie glücklich wieder zu entlassen.

WO! Du hattest das Glück, mit deiner Band auf einem „normalen“ Weg Karriere machen zu können. Wenn du gemerkt hättest, dass dies nicht möglich ist, hättest du dich auch bei einer Casting Show beworben?

Als Band haben wir uns zwar bei keiner Castingshow beworben, an Bandwettbewerben haben wir aber teilgenommen. Auch da ging es darum, eine Jury und das Publikum von uns zu überzeugen. Und immer noch gilt es, bei jedem Konzert die härteste Jury der Welt zu rocken: das Publikum. Jeder geht seinen ganz eigenen Weg.

WO! Wie kam es eigentlich zu dem recht ungewöhnlichen Engagement als Juror bei DSDS mitzumachen?

Ich hatte gerade Zeit und Lust auf diese Erfahrung.

WO! Dieter Bohlen gilt als nicht gerade jemand, der mit den Bewerbern sehr gnädig umgeht, sofern sie nicht seinen Vorstellungen entsprechen. Wie ging es dir dabei, zuzuschauen, wenn gerade mal wieder ein junger Mensch mit nicht wirklich netten Worten bedacht wurde?

Nach 12 Jahren DSDS weiß vom Kandidaten bis zum Zuschauer jeder was ihn erwartet. Überrascht hat mich Dieter also nicht und Marianne und ich haben mit liebevollen Worten vieles wieder aufgefangen.

WO! Nach so vielen Jahren in einer Band, wie ist das Verhältnis untereinander. Freust du dich dann auch wieder auf die Zeit nach der Tour oder ist da eher Wehmut?

Wir sind wie eine Familie. Wir genießen die gemeinsame Zeit genauso wie die Pause voneinander.

WO! Du bist politisch sehr aktiv, was sich auch in deinem Engagement für Amnesty International widerspiegelt. Wie würdest du den derzeitigen Zustand der Welt beschreiben?

Ich danke dem lieben Gott für Organisationen wie Amnesty International, denn oft habe ich das Gefühl den weltweiten Entwicklungen machtlos gegenüber zu stehen. Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, für Amnesty Geld zu sammeln und aktuell tun wir dies auch mit dem Lied „Geld/Bling“ mit Tangowerk, der komplette Erlös geht an Amnesty.

WO! Schlägt sich dein politisches Bewusstsein auch in deinen Texten nieder?

Alle Texte entstehen zuerst einmal in meinem Herzen. Manchmal geht es dann eben um meine Gedanken zum Thema soziale Gerechtigkeit, wie z.B. in dem Lied „Geld“ oder um Selbstverwirklichung, wie in „Queen“, oder schlicht und ergreifend um Liebe wie in „Tanz der Moleküle“.

Wir danken dir für das Gespräch!