Evas gescheiterte Sprachnachricht

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Kritik zu „Cavewoman – Praktische Tipps zur Haltung eines beziehungstauglichen Partners“

12. Januar 2019 | Lincoln Theater in Worms

Passen Mann und Frau eigentlich zusammen oder sind sie doch zwei Spezies, die vollkommen unterschiedlich ticken? Die Antwort, die man in der One-Woman-Show „Cavewoman“ finden konnte, lautet ja, aber es gibt Hoffnung!

Seit 2005 wird das Stück erfolgreich auf Deutschlands Bühnen aufgeführt und legte nun mit der Schauspielerin Konstanze Kromer auch in Worms einen Zwischenstopp im ausverkauften Lincoln Theater ein. Im Mittelpunkt des femininen Pendants zu dem ebenso erfolgreichen „Caveman“ steht die etwas spleenige Heike. Die hat nur noch wenige Stunden bis zu ihrer Hochzeit mit Tom und nutzt diese, den anwesenden „Hochzeitsgästen“ im Lincoln Theater von den Unwägbarkeiten einer Mann-Frau-Beziehung zu erzählen. Heike hat natürlich allen Grund, sich ausgiebig über das männliche Geschlecht aufzuregen, denn schließlich hat ihr Geliebter Tom nach einem vorehelichen Streit erst mal die gemeinsame Höhle, äh Wohnung, mit unbekanntem Ziel verlassen. Bis Tom am Ende wieder vor der Tür stand, vergingen an diesem Sonntagabend rund zweieinhalb Stunden, in denen Heike alias Konstanze Kromer lebhaft über die Bühne turnte, grimassierte, gestikulierte und jede Menge Klischees zum Besten gab, wie, dass Männer immer schweigen, im Supermarkt hilflos sind und sich keine Schwächen eingestehen. Augenzwinkernd erzählte sie auch die wahre Geschichte von Adam und Eva. Tatsächlich erblickte zuerst Eva das Licht der Welt, scheiterte aber daran, eine Sprachnachricht an die zuständige Göttin korrekt zu übermitteln. Neben dem Abspulen der Klischees über Männer, die mal mehr, mal weniger platt ausfielen, sparte das Stück auch nicht an ironischen Seitenhieben Richtung Frauen.

Fazit: Am Ende siegte jedoch die Erkenntnis, dass es gerade die Macken sind, die einen Menschen liebenswert machen. Das lachfreudige Publikum zeigte sich zufrieden und spendete der Tour de Force von Konstanze Kromer verdiente Standing Ovations.