Goldswinger mit Liebesgrüßen aus dem Wormser

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Konzert von „Tom Gaebel und Band“

11. November 2018 | Das Wormser (Theater):

Tom Gaebel ist kein Mann der kleinen Gesten. Das machte er bereits auf den Vorankündigungsplakaten mehr als deutlich. In der berühmten Pose des britischen Geheimagenten, untertitelt mit „License to Swing“, warb er für sein aktuelles Konzertprogramm und führte damit zugleich ein wenig in die Irre.

Nachdem die 12-köpfige Big Band stilecht mit dem berühmten James Bond Theme den Abend famos eröffnete, versprach der Jazz-Musiker einen Abend, der seinen liebsten Bond Songs gewidmet sei. Tatsächlich begeisterte er zunächst mit dem Bond Trio „From Russia with Love“, „The Man with The Golden Gun“ und „You only Live Twice“, die allesamt aus der Feder des britischen Komponisten John Barry stammten. Gaebel, der vor allem für seine Sinatra Interpretationen bekannt ist, schaffte es zwar, mit seinem dunklen Timbre dem Gestus der James Bond Musik nahe zu kommen, allerdings fehlte ihm der verführerische Schmelz, der den pathosgetränkten Songs das gewisse Etwas gibt. Leider wurde dieser Umstand durch eine wenig nuancierte Tonabmischung verstärkt. Immer wieder dominierten die Instrumente, besonders die Bläser, Gaebels Stimme. Nach diesem Bond Trio entfernte sich das Programm aus den gefährlichen Gefilden des Agentenmilieus und entwickelte sich zu einem seltsamen Musikmix, der keinerlei Linie mehr aufwies. Auf Bond folgte die Titelmelodie von „Captain Future“, bei dem Gaebel höchst selbst ein Theremin bediente, danach folgte ein kleiner Einblick in Gaebels eigenes kompositorisches Schaffen („Takin‘ back“) und schließlich folgte Morricones Italo Western Score zu „Zwei glorreichen Halunken“. Das Publikum störte der Mix indes nicht und ließ sich von dem selbstbewusst agierenden Sänger gerne als Koyotenchor für den Westernhit dirigieren.

Fazit: Am Endes des Abends fand Gaebel mit „Goldfinger“ und Paul McCartneys Bond-Beitrag „Live And Let Die“ zurück in die musikalische Arme des Geheimagenten. Das Publikum feierte mit kräftigem Applaus ein Konzert, das zu unterhalten wusste, aber musikalisch nicht immer überzeugte.