Inklusion zum Anfassen

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1. Wormser Inklusionsfest

4. Mai 2019 | Worms, Innenstadt

Es waren schwierige Bedingungen, unter denen das erste Wormser Inklusionsfest auf dem Wormser Obermarkt stattfand. Während der Temperaturanzeiger morgens um 10 Uhr auf gut gekühlte 4 Grad verwies, erfreute der Regen die Landwirte und bescherte dem Schwerbehindertenbeauftragen und Mit-Organisator Wolfgang Schall eine besorgte Miene. Momente, in denen man sich den Schirmherr Michael Kissel mit selbigen gerne herbeigewünscht hätte.

Dennoch kann man am Ende des Tages die Mission Inklusionsfest als gelungen bezeichnen, die nach einer Wiederholung ruft. Zur Eröffnung trommelte die aus Thüringen stammende Gruppe COMO VENTO gleich mal die ganze Stadt wach. 40 junge Menschen aus Altenburg, teils behindert, teils nicht behindert, trommelten sich geradezu die Seele aus dem Leib. Den Regen konnte man damit nicht vertreiben, der Aufmerksamkeit der wenigen Passanten in der verregneten Fußgängerzone waren sie sich allerdings gewiss. Zudem zeigte die Gruppe, wie Musik als universelle Sprache funktioniert. In der anschließenden Eröffnungsrede erklärte Sozial- und Bildungsdezernent Waldemar Herder, dass dies kein Fest von Behinderten für andere sei, sondern die Botschaft transportiere: „Anderssein ist normal“. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Behindertenbeirat der Stadt Worms in Zusammenarbeit mit SABINE STEFFENS und ANDREA KNIERIM, Fachstelle für Inklusion und Senioren. Mitgetragen wurde das Fest von unterschiedlichsten Organisationen wie der Lebenshilfe, dem DRK Berufsbildungswerk oder der Frauenselbsthilfe für Krebs. Ziel war es, Menschen für das Thema Inklusion zu sensibilisieren. Es ist immer wieder zu beobachten, dass wir zwar gerne und oft über das Thema sprechen, es aber in der praktischen Umsetzung wieder in Vergessenheit gerät. Man kennt schließlich nur allzu oft das Bild von Autos, die Gehwege zuparken und damit Menschen mit Gehbeeinträchtigungen unnötig das Leben erschweren.

Fazit: Ein Fest mit Anspruch, allerdings ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Stattdessen gab es Inklusion zum Anfassen, sensationelle Live Musik (BIKBÄND der Lebenshilfe, Dry Folk Dad, Lorna, Moni & Rolf), sowie viele spannende Gespräche. Ein wenig mehr Sonne wäre dennoch nicht verkehrt gewesen.