Kulturbarometer 2018

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Jubiläum des Jahres
Der Offene Kanal Worms feierte seinen 30. Geburtstag

Am 4. November 1988 sendete der Offene Kanal Worms zum ersten Mal. 30 Jahre später kann der 40 Mitglieder starke Verein auf 23.000 Sendebeiträge, davon durchschnittlich 800 pro Jahr, zurückblicken. Seit März 2006 sendet der Mini TV Sender rund um die Uhr und teilt sich seit 2016 die Sendeplattform RheinLokal mit dem OK Speyer. Sorgten vor allem anfangs die Fußballübertragungen für glückliche Augen bei den lokalen Sportfans, ist der Sender für viele Wormser heute unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Fernsehlandschaft. Formate wie das Wormser Montagsmagazin, das mittlerweile freitags ausgestrahlt wird, genießen längst Kultstatus, genauso wie die Übertragung des Backfischfestumzugs, der von OK-Urgestein Margit Knab moderiert wird. Bei der OB-Wahl begeisterte das Team mit einer Liveberichterstattung, welche die Konkurrenz mit den großen Sendern nicht zu scheuen brauchte. Neben dem Fernsehmachen aus Leidenschaft geht es dem OK Team auch darum, durch Seminare die Medienkompetenz von jungen Menschen zu fördern. Für viele diente der Sender auch als Sprungbrett zu medialen Berufen.


Theaterprojekt des Jahres
„Genesis“ – Inselfestspiele des Lincoln Theater Ensembles „Szene 9“
Seit 11 Jahren bereichert das Ensemble Szene 9 die Wormser Kulturlandschaft. Im vergangenen Jahr stemmten sie ihr bisher ehrgeizigstes Projekt und inszenierten inmitten der Insel im See des Herrnsheimer Schlossparks das von Konstantin Schwab geschriebene Stück „Genesis“. Aufwendige Technik, eine musikalische Liveuntermalung durch das Orchester der Jugendmusikschule Lucie Kölsch und tolle Leistungen der Darsteller sorgten für spannende Theaternächte. Wie es sich für ordentliche Festspiele gehört, sorgten sie auch für eine Flaniermeile in traumhaft schöner Kulisse. Lohn der Mühen waren mehrere ausverkaufte Ausstellungen.


Preisträger des Jahres
Bankert und Kafruse gewinnen Deutschen Rock- und Pop-Preis
Der Bandname klingt, als wäre dies der Name eines Kapitels in der Mundartbibel „Dreimol hoch mei Muttersproch“, dahinter verbirgt sich jedoch das jüngste Musikprojekt der beiden in Köln lebenden Wormser Vollblutmusiker Dirk Beiersdörfer und Alex Günther. Vielen dürften die Beiden noch bestens in Erinnerung sein, als sie mit Bands wie Bhagwan’s Backwahn und Liquid Ambar die Bühnen in und um Worms herum verunsicherten. Heute sind aus den Jungs von damals gereifte Musiker geworden, die jüngst bei der Preisverleihung des Deutschen Rock- und Pop-Preises für ihre Musik mit einem 2. und 3. Preis ausgezeichnet wurden. Beworben hatten sie sich mit den Songs „Frauen in Museen“, „Sehnsucht“ und „Er hat es gesehen“. Ausgezeichnet wurden sie für „Frauen in Museen“ (3. Platz, bester deutscher Text) und „Sehnsucht“ (2. Platz, bester Alternativsong). Entstanden war das Projekt, als sich die beiden Wormser vor einigen Jahren in Köln über den Weg liefen. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Vorliebe für bluesige Musik, warfen vorhandenes Musikmaterial zusammen, schrieben neue Songs und vermengten ihre Vorliebe für Blues mit einer ordentlichen Portion Pop. Bei YouTube zeugen etliche Videoclips vom Talent der Jungs, die demnächst ihr erstes Album veröffentlichen. Auf der Vinylscheibe sind auch die beiden preisgekrönten Songs zu hören. Wenn Dirk Beiersdörfer nicht mit Alex auf der Bühne steht, musiziert er im Ensemble der Opernwerkstatt am Rhein, wo man derzeit an der legendären Oper „Carmen“ arbeitet, steht mit Carla and the Dandys auf der Bühne oder lehrt Nachwuchstalenten das Gitarre spielen. Eine musikalische Rückkehr in seine Heimat ist für März geplant. Wo genau, das steht in einer der nächsten WO! Ausgaben.


Umzug des Jahres
Heaven Records zieht in die Stephansgasse

Fast 30 Jahre lang war der Shop Heaven Records in der Rheinstraße ein Mekka für Vinylliebhaber. Nach dem der Hauseigentümer wechselt und man damit einer ungewissen Zukunft entgegen blickte, beschloss man, dass die Zeit reif sei für einen Tapetenwechsel. Fündig wurde man in der Stephansgasse. Genauer gesagt in den Räumen eines Secondhand Ladens. Treffender könnte es kaum sein. Ab 8. Januar öffnet der runderneuerte Shop seine Pforten. Da man deutlich mehr Fläche (ca. 100 Quadratmeter) zur Verfügung hat, denkt Inhaber Oliver Brandt darüber nach, zukünftig Konzerte und mehr dort stattfinden zu lassen.