Musikalische Landschaften im Strudel der Töne

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Konzertkritik: „Monstein Ensemble“

28. April 2019 | Gut Leben am Morstein in Westhofen

Es war kein Konzert, zu dem die Massen strömten. Leider, muss man sagen, denn verdient hätte es das Schweizer Ensemble allemal. Es war dann auch nicht der Namensähnlichkeit mit der Konzertlocation zu verdanken, dass die ungewöhnliche Jazzband Monstein Ensemble den Weg an den Morstein fand, sondern der Begeisterung von Stefan Spies, dem Geschäftsführer von Gut Leben, für diesen überaus ungewöhnlichen Sound.

Die musikalische Bandbreite, die die Band an diesem Abend abdeckte, war enorm. Wähnte man sich eben noch in einem Gruselfilm, der mit den minimalistischen Klängen eines John Carpenter unterlegt ist, befand man sich bereits einen Song später romantisch flanierend an einem lauen Sommerabend an der Seine, um dann im nächsten Moment entspannt an einer Bar zu lehnen. Kopf der Band ist der gefragte Schlagzeuger Dimitri Monstein, das bedeutet aber nicht, dass die Songs permanent von einem kraftmeierisch groovenden Schlagzeug dominiert werden. Vielmehr steht sein Spiel im Dienst des Songs, auch wenn er das optische Herz der Show war. „Jazz trifft Klassik“ ist die saloppe Bezeichnung, die die Band ihrer Musik voranstellt, doch das trifft nicht so ganz den Kern der Sache. Präziser ist dann die Beschreibung Dimitri Monsteins, dass die Band Grenzen von musikalischen Genres verschwimmen lässt. In der ungewöhnlichen Besetzung Schlagzeug, E Bass, Piano, Streicher- Ensemble und mit gelegentlichen Percussions inszenierten die Musiker einen opulenten Sound. Dass das Debütalbum den Namen „Landscapes“ trägt, trifft es dann auch ganz gut. Immer wieder erweckten die Songs Assoziationen, in denen man mal über das Wasser glitt („Waves in Stockholm“) oder eben über Landschaften flog („Landscapes“). Kurzum, die Musik berührte, glich einem Wechselbad der Gefühle und eignete sich perfekt für das ganz private Kopfkino.

Fazit: Zu Recht gilt das Monstein Ensemble zurzeit als eine der heißesten Neuentdeckungen in der Jazz Szene. Immer wieder folgen die Songs einer klaren Dramaturgie, die den Zuhörer für sich einnahm und begeisterte.