„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

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Erlebnisse eines Vorstadtschreiberlings Teil 19: Promigeflüster

Autor: Bert Bims

Nibelungenzeit ist einfach Bert-Bims-Zeit. Klatsch, Tratsch und roter Teppich. Das ist meine Heimat, meine Passion – genau dafür wurde ich geboren. Zwischendurch immer mal wieder ein „Whiskey sauer mit Eis“ im Heylshof. Herrlich! Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Na Herr Bims, sind Sie schon wieder nüchtern?“

Ja. Mit Unterstützung von dem Herrn Kani hab auch ich die zwei Wochen Nibelungen überstanden. Ich hab mir einfach eins der Cateringzelte gemietet. Für später raus, wenn auch der letzte Barkeeper mich gebeten hat, jetzt keinen Whiskey sauer mit Eis mehr zu bestellen, weil außer ihm sonst keiner mehr da sei. Nicht einmal mehr der Whiskey. Da hab ich mich (nicht immer) geräuschlos in mein Zelt verkrochen, auf die Luftmatratze geknallt und kurz vor Schlummerland noch meine Notizen ins Handy gesprochen. Zum Beispiel den Witz des Abends auf der Nibelungen Premiere, der – wie sollte es auch anders sein – vom großen Regie- und Intendantenzampano gehandelt hat. Wobei das mit dem Machtmenschen Wedel genauso wie bei einem Oberbürgermeister ist. Wer mit so viel Testosteron ausgestattet ist und seine Eier quasi im Kniebereich hängen hat, der macht eben keine Kompromisse. Der meist erzählte Witz an diesem Abend ging übrigens so (und man kann das Wort „Wedel“ bedenkenlos gegen „Kissel“ austauschen, ohne den Sinn zu verfälschen….): „Treffen sich zwei Leute in Wedels Bauch. Sagt der eine: „Na hat der Wedel dich auch gefressen?“ Antwortet der andere: „Nee, ich hab den anderen Eingang genommen…“
So etwas hat Peter Englert alias Kriemhilds Bruder Gerenot gar nicht nötig. Großartig wie unser hauseigener Verlagssklave in der diesjährigen Aufführung der Festspiele alle an die Wand gespielt hat. Machen wir uns nichts vor. Der Mann ist weg. Hollywood. Mindestens. Vielleicht auch Bollywood, falls die dort mal einen dicken Europäer suchen, der beim Holi-Fest mit Farbe rumspritzt. Oder als unrasierter Mexikaner in einem Tarantino-Film, der den ganzen Tag säuft und Leute abknallt. Legendär natürlich seine Masturbationsszene im Badezuber beim Anblick von Gudrun, was seitdem den geflügelten Satz „Mach mir den Gerenot!“ zur Folge hat, wenn einer der Männer in der WO! Redaktion auch nur einen Hauch von Geilheit zeigt. Denn machen wir uns nichts vor: Gerade im Sommer treibt uns das weibliche Geschlecht schier in den Wahnsinn. Umso größer war die Enttäuschung bei einem regionalen Society-Experten wie mir, der hier in Worms nur zu besonderen Anlässen eine scharfe Schnitte vor sein Kamerarohr kriegt, als ich erfahren habe, dass die Charakterdarstellerin und zweifache Venus-Award-Gewinnerin Michaela Schaffrath („Die Sperma- Klinik“ „Jetzt wird es schmutzig – Teil 1 bis 7“ u.v.m..) in diesem Jahr nicht auf die Premiere kommen würde. Dabei hatte ich extra meine alte VHS-und Betamax- Videosammlung aus dem Keller geholt, in der Hoffnung, dass Frau Schaffrath meine Kassetten mit einem Autogramm versehen würde („Für Bert – auf die alten Zeiten!!“). Am besten gleich direkt am roten Teppich. Immerhin konnten sich die meisten der anwesenden Männer damit trösten, dass sie sowieso schon viel zu viel Zeit ihres Lebens mit der wilden Gina verbracht haben. Zuhause auf dem Sofa. Den Gerenot machend.

Wie schaffe ich nun den Schwenk von einer kontrovers diskutierten, künstlerisch hoch anspruchsvollen Masturbationsszene hin zu Daniela Katzenberger? Ist aber vom Prinzip egal, denn die blonde Germanistik-Studentin aus Ludwigshafen war ja ebenfalls nicht zur Premiere erschienen. Psssst, sie soll sich vor der Aufführung mit Cordalis-Sohn Lukas gestritten haben und direkt wieder zurück zu ihren stinkenden BASF-Abgasen gefahren sein. Wahrscheinlich hatte die Frau Katzenberger einen Bad-Hair-Day und wurde vom jungen Cordalis versehentlich darauf angesprochen. Wie dumm aber auch. Denn dann mussten die Cordalisse (ist das die Mehrzahl von Cordalis?) auch noch gute Miene zum bösen Spiel machen. Das ist speziell Costa, dem alten Griechen und besten Dschungel-König ever ever ever, besonders gut gelungen. Wie die strahlenden Bilder beweisen, lässt sich ein Cordalis nicht einfach so das Fell über die Ohren ziehen und hat selten so – nennen wir es einfach „straff“ – in die Kameras gestrahlt. Irgendwie muss man das ja kaschieren, wenn die Katze einem im Stich lässt. Wenn jetzt demnächst noch die Mieze (Mia) beim Jazz & Joy 2014 absagt, werd ich aber richtig sauer. Dann braucht der Cordalis gar nicht mehr so angestrengt zu grinsen.