Sagen Sie mal, Herr Bims?

, , Kommentar schreiben

Teil 43: „Eier, wir brauchen Eier“

Jogi war zwar da, aber ganz viele C, D- und E-Promis der Vorjahre blieben einfach fern. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, wie war’s denn auf der Premiere der Nibelungen-Festspiele?“

Vorab noch ein Wort zu meiner letzten Kolumne, bei der ich unseren beiden Wormser Problemdezernenten, Franz und Kosubek, mit auf den Weg gegeben hatte: „Und außerdem geh ich auf der Nibelungen-Premiere mit Heiner Lauterbach einen saufen. Ich bin schließlich Society-Reporter und kein Dezernent der Stadt Worms. Ich hab nämlich was Gescheites gelernt!“ Die Folge: Wütende Leserbriefe. Vorwurf: Ich solle mein dummes Maul nicht so aufreißen, denn die einzige Lehre, die ich abgeschlossen hätte, wäre die zum staatlich geprüften Schiffschaukelbremser. Hören Sie mal, das ist ein ehrbarer Beruf! Gerade jetzt, wenn bald wieder das Backfischfest anfängt, blutet mir das Herz, wenn ich all die jungen Schiffschaukelbremser bei ihrer Arbeit beobachte. Eines will ich klarstellen: Um eine Schiffschaukel, die Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 54 km/h erreicht, zu bremsen, gehört eine gehörige Portion Mumm. Dazu braucht man Eier. Das ist auch ein guter Übergang zur Premiere der Nibelungen-Festspiele, wo überraschend unser aller Bundes-Jogi aufgetaucht ist, der „wie 80% von euch und ich auch“ gerne mal seine Eier krault. Selbstverständlich wurde Jogi Löw direkt nach seiner Ankunft mit der Nibelungen-Cam von Starfotograf Rudolf Uhrig rund um die Uhr gefilmt und hat sich während der Vorstellung exakt sieben Mal die Eier gekrault, aber nur fünf Mal anschließend an seinen Fingern gerochen. Das ergibt eine ordentliche Quote von 71%. Ähnlich viel Ballbesitz hatte die deutsche Mannschaft im Halbfinale gegen Frankreich auch und hat trotzdem verloren. Aber das nur am Rande.

DANKE JOGI!!!
Denn im Grunde konnten wir untertänigen Wormser froh sein, dass mit Jogi Löw wenigstens ein A-Promi über unseren roten Teppich geschwebt ist. Okay, unsere Landesfürstinnen Malu Dreyer und Julia Klöckner waren da, haben aber – zur Enttäuschung vieler Gäste – in der Pause auf das erhoffte Schlammcatchen auf der Nibelungen-Bühne verzichtet. Aber sonst? Heiner Lauterbach, die frühere Suffbirne, hat sich leider nicht dazu erbarmt, nach Worms zu kommen, um danach im Park noch einen mit mir zu petzen. Roberto Blanco hat sich diesmal nicht durch den Heylshof gegrinst und somit auch nicht die These des CSU-Politikers Joachim Herrmann bestätigt, was für ein „gar wunderbarer Neger“ er ist. Auch meine Freundin aus alten Zeiten, Michaela Schaffrath, die ich seit meinem Job als „Erotikdarsteller“ („Ich war jung und brauchte das Geld“) in meinem Handy unter „wilde Gina“ abgespeichert habe, war diesmal nicht gekommen (im Gegensatz zu früher). Als immer mehr Promis abgesagt haben, soll Nibelungen-Geschäftsführer Sascha Kaiser in seiner Not sogar in Erwägung gezogen haben, Nadja abd el Farrag zur Premiere her zu karren – Naddel, einer der wenigen „Promis“, die man noch mit Frei-Suff locken kann. Dazu ein Gramm Koks, dann gibt’s womöglich noch Gang Bang im Heylshof (Karten ab sofort beim TicketShop Neef erhältlich)? Man möge mir den Coitus interruptus ähnlichen Übergang zu Angela Merkel verzeihen, aber manche behaupten ja, erst wenn die Kanzlerin zu der Premiere kommen würde, wären die Wormser Festspiele endgültig etabliert. Die Sozi-Nasen dagegen meinen, Sigmar Gabriel würde schon reichen. Wie bitte? Der Gabriel, die dicke Wurst? Ich glaub, es hackt. Der frisst nur unser Büffet leer und macht sich anschließend wieder aus dem Staub. So jemanden kann ich hier in Worms nicht gebrauchen. Zumindest nicht im Cateringzelt nach der Vorstellung, denn dort herrscht im Kampf um die besten Fleischstückchen auch jetzt schon Mord und Totschlag. Fast wie bei den Nibelungen.

ERKLÄRUNG SPEZIELL FÜR NIBELUNGEN-AUTOR ALBERT OSTERMAIER:
Meines Erachtens ist Albert Ostermaier, neben dem „Pfälzer Kennedy“ (siehe Seite 18), ein weiterer böser Fauxpas unterlaufen. Als Heiner Lauterbach auf der Videowand erscheint, steht auf dem Display „Bürgermeister ruft an“. Hallo? Worms hat 83.000 Einwohner, bei uns gibt’s sogar einen Oberbürgermeister. Fatalerweise kommt hinzu, dass dem Posten des Bürgermeisters in Worms eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Nämlich gar keine. Bürgermeister werden bei uns die treuen Parteisoldaten, die im Alter noch mal für ihre Verdienste hochgelobt werden. So wie früher der Büttler Schorsch. Oder aktuell Hajo Kosubek. Wer diesen Posten bekleidet, das ist in Worms so wurscht wie der Umstand, ob es einem nun links oder rechts am Bein runter läuft, wenn man sich in die Hosen pinkelt. Die wahren Eier hat bei uns der Oberbürgermeister. Man kann das auch vergleichen mit dem Verhältnis Bundeskanzler (hat viel zu sagen) zu Bundespräsident (siehe Gauck: plappert viel, hat aber überhaupt nix zu sagen). Kleiner Tipp: Den prägnantesten Unterschied sieht man in Worms am Schritt. Während der „B“ zumeist etwas hastig durch die Gegend huscht, ist der „OB“ stets gemächlichen Schrittes unterwegs. Selbst auf dem Weg zur Stadtratssitzung schreibt unser Oberbürgermeister noch ganz lässig am Wegesrand ein paar Autogramme und nimmt sich ausgiebig Zeit für ein paar Selfies mit der Bevölkerung. Unter uns: Schneller gehen könnte er auch gar nicht. Warum, warum? Jetzt fragen Sie doch nicht so blöd! Wegen seiner „Cojones“, wie der Spanier so schön sagt. Achten Sie mal drauf.

Herzlichst, Ihr Bert Bims