„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

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Erlebnisse eines Vorstadtschreiberlings Teil 9: Zwergenaufstand!

Autor: Bert Bims

Der Herbst steht quasi vor der Tür. Keine anregenden Gespräche mehr im Heylshof mit F-Promis bei den Nibelungen (Michaela Schaffrath, mein Jugendidol, du hast bis heute nicht angerufen!!!), kein Xavier, der den Dom anfleht und vor allem keine lauwarmen Nächte mehr. Ich höre Sie deshalb schon zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal Herr Bims, was machen Sie denn eigentlich jetzt im Herbst, wo es kälter wird?“

Das kann ich Ihnen sagen. Jetzt ist wieder schnöde Büroarbeit angesagt. Dass mir das überhaupt keinen Spaß bereitet, im Büro zu sitzen, sinnlos die Zeit totzuschlagen und so zu tun, als würde ich arbeiten, hat mein stets aufmerksamer Chef natürlich sofort gemerkt und mich zu einem Undercover-Auftrag geschickt. Und dann auch noch im Freien. So durfte ich mich in den letzten Wochen, rechtzeitig zu etwas frostigen Nachttemperaturen mit ein bissel Regen, in dem Acker „Am hohen Stein“ mitsamt Kamera auf die Lauer legen. Feldhamster fotografieren, für unser Oktober-Titelbild! Mein erster Gedanke war, dass ich es mir einfach mache und mich bei der Straßenfastnacht in die Wormser Innenstadt stelle, in der Hoffnung, dass der dicke Feldhamster aus dem letzten Jahr nochmal auftaucht, der ein Schild umhängen hatte: „Wo geht’s hier zum Hohen Stein?“ Aber Fastnacht ist halt erst in vier Monaten. Also doch „Hoher Stein“. Und siehe da, nach ungefähr neun durchwachten Nächten hab ich zwar immer noch keinen Hamster gesehen, aber dafür eine ganz merkwürdige Beobachtung gemacht. So meine ich Jens Guth des Nachts durchs Feld schleichen gesehen zu haben. Zugegeben, es war recht dunkel, jedoch ganz genau habe ich erkannt, dass er eine Schrottflinte im Anschlag hatte – man weiß ja schließlich nie, wann sich so ein Feldhamster mal blicken lässt. Dass Guth mutmaßlich diesen Job übernommen hat, würde durchaus Sinn machen, da man so einem scheuen Tier natürlich am besten auf Augenhöhe begegnet. Timo Horst, dieser lange Lulatsch, hätte die schreckhaften Tierchen ja alleine schon mit seinem Schatten vertrieben.

Apropos: Das war ja mal ein Zwergenaufstand im letzten Monat, als die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Horchheim/Weinsheim die Stadt zu mehr Rücksichtnahme aufgefordert hat. Da in diesem Jahr „Jazz & Joy“ gleichzeitig zur Horchheimer Kerb stattfand, habe man Umsatzeinbußen erlitten, weshalb die CDUFraktion den Antrag gestellt hat, dass die städtische KVG sich bei Terminüberschneidungen bei den Betroffenen melden solle. Jazz & Joy und Nibelungen, die zusammen mal eben 40.000 Besucher haben, sollen also gefälligst ihre Veranstaltungen verlegen, falls gleichzeitig Horchheimer Kerb ist. Süß oder? Mit Verlaub, aber das wäre ungefähr so, wie wenn der FC Bayern München aufgefordert wird, bei der Terminierung seiner Heimspiele darauf zu achten, dass an diesem Tag nicht auch der FC Hintertupfingen spielt.

Um aber auf den „Held des Monats“, den Feldhamster und nicht Marcus Held, zurückzukommen. Insider haben mir geflüstert, dass man bei der SPD plant, demnächst auch ein paar dieser kleinen Tierchen an dem geplanten Standort vom „Haus am Dom“ auszusetzen, bevor ihnen dieses Thema den Kommunalwahlkampf 2014 versemmelt. Aber sind wir mal ehrlich: Wer will denn diesen Feldhamstern zumuten, dass sie jeden Sonntagmorgen um 9 Uhr mit Kirchenglocken aus dem Schlaf gerissen werden? Daraufhin soll auch der OB, bekannt als Tierfreund, ein Machtwort gesprochen haben. Absolut haltlosen Gerüchten zufolge soll Kissel, der ebenso dafür bekannt ist, dass er um eine kreative Lösung nie verlegen ist (koste es, was es wolle!!!), sofort angeordnet haben: „Nix do, mir vergraben einfach die Woogbrück‘ unnerm Domvorplatz. Des merkt sowieso keiner, wenn die auf einmal fort is!!“ Stimmt. Dass man da nicht selbst drauf gekommen ist? Ich sagen Ihnen eines: Wenn Kissel das wirklich macht und somit das „Haus am Dom“ verhindert, dann mach ich im nächsten Jahr mein Kreuzchen bei der SPD. Versprochen! So wahr ich Bert Bims heiße… 😉