Swingende Weinnacht mit lässiger Weihnachtsmusik

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Jazz X-mas mit der Leiningerland Band

20. Dezember 2019 | Der Weinladen Borgnolo in Worms:

Denkt man an weihnachtliche Musik, so dürfte man als Erstes an große Klassiker wie „White Christmas“ oder das unvermeidliche „Last Christmas“ denken und natürlich an „Stille Nacht“ oder „Ihr Kinderlein kommet“. Letztere gab es beim „X-mas-Special“ im Weinladen Borgnolo zu hören, allerdings so ganz anders wie man die Lieder eigentlich kennt.

Verantwortlich für den jazzigen Anstrich, den diese Weihnachtsklassiker erhielten, war die Leiningerland Band. 2012 wurde das Projekt von dem Schlagzeuger Uwe Martin ins Leben gerufen. Das Besondere an dieser Band ist, dass es sie eigentlich gar nicht gibt. Frei nach dem Motto, ich lade gern mir Freunde ein, wechselt die Besetzung rund um Martin regelmäßig, sodass die „Band“ sich immer wieder aufs Neue erfinden muss. Das musikalische Zentrum bildeten an diesem Abend unverkennbar Schlagzeuger Martin und der Profisaxophonist Olaf Schönborn. Für die melodischen Farbtupfer war die in Mannheim lebende Japanerin Sachie Matsushita mit ihrem Rhodes-Piano zuständig, während Markus Krämer mit seinem Double Bass dem nervös fiebrigen Spiel Martins die nötige Erdung verpasste. In dieser Formation spielten sie eingängige Jazzstandards, Pop Hits aus der Musikgeschichte („Hey Jude“) und näherten sich den titelgebenden Weihnachtsliedern. Zuweilen wirkte die Herangehensweise, als würde man die Lieder in ihre Einzelteile zerlegen, um sie anschließend wieder zusammenzusetzen. Während man sich zu Beginn von „Ihr Kinderlein kommet“ noch zaghaft am klassischen Melodiekorsett entlang hangelte, verlor man sich im Laufe der Takte zunehmend in der freien Improvisation, sodass man das einfach gestrickte Weihnachtslied unweigerlich neu entdeckte. Ein kleiner Höhepunkt war auch die Version des angloamerikanischen Weihnachtsklassikers „The little drummer boy“ mit seinem lässigen Groove.

Fazit: Ein besonderes Konzert für ein besonderes Fest. Lässig, aber dennoch spannend, war dieser Abend eine ungewöhnliche, aber charmante Einstimmung auf die „Stille Nacht“.