„Wenn wir jetzt nicht handeln, ist der Zug abgefahren!“

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Stadtrat konkretisiert Wunsch nach einem S-Bahn Haltepunkt Worms-Süd

Seit Jahren wird in Worms der politische Wunsch nach einem weiteren Bahnhaltepunkt gehegt. Bisher schien dieser weit entfernt. Der Landtagsabgeordnete und Stadtratsmitglied Jens Guth (SPD) hat unlängst neuen Schwung in dieses Kapitel gebracht.

Ein S-Bahn Haltepunkt Worms-Süd wurde bereits bei Einführung der S-Bahn-Strecke diskutiert, dann aber nicht weiterverfolgt. Da nun auch die Entwicklung des ehemaligen Salamandergeländes angestoßen wurde und ebenfalls das neue Möbel Boss Gebäude in der Nähe entstehen wird, macht die erneute Prüfung eines S-Bahn-Halts im Wormser-Süden wieder Sinn. Das sah auch der Stadtrat so und stimmte am 20. Mai dem Antrag der SPD zu, die Verwaltung mit dem Vorhaben zu beauftragen. Die muss nun eine Planung vorlegen, eine fahrbahntechnische Prüfung erstellen und eine Analyse über die Auswirkungen. Auftrieb erhielt die Diskussion durch den Umstand, dass die Nachbargemeinde Bobenheim-Roxheim sich ebenfalls mit dem Plan befasst, einen zweiten Haltepunkt anzustreben. Klar ist allerdings, dass nur ein Haltepunkt von der Bahn realisiert wird. Für Jens Guth ist es ein logischer Schluss, dass ein weiterer Haltepunkt in die 85.000 Einwohnerstadt Worms gehört. In der Stadtratssitzung unterstrich er das Vorhaben mit den Worten: „Wenn wir jetzt nicht handeln, ist der Zug abgefahren“. Dem Landtagsabgeordneten schwebt als Standort die Bahntrasse in unmittelbarer Nähe zu dem riesigen Salamandergelände vor, auf dem die Hauptfeuerwache und die Ebwo ihre neue Heimat finden sollen. Eine Unterführung wäre bereits da, was er im Gespräch mit unserem Magazin als großen Vorteil gegenüber der deutlich kleineren Nachbargemeinde sieht, da insbesondere Unter- oder Überführungen mit viel Geld zu Buche schlagen. Angesprochen auf die Kosten meint er, dass der Haltepunkt möglicherweise für zwei Millionen Euro realisiert werden könne. Bei einer Zusage würde sich der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd an den Kosten beteiligen. Zudem hofft Guth auf Landesmittel. Unterstützung erhält die Idee auch von der IHK-Rheinhessen. Gerade für die vielen dort ansässigen Unternehmen sei dieser S-Bahn-Haltepunkt von zentraler Bedeutung. Der Wormser Süden beherbergt mehrere hundert kleinere und größere Unternehmen – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zur RENOLIT SE mit alleine über 1.000 Beschäftigten. Sie alle, aber auch viele Kunden und Beschäftigte des Wormser Einkaufsparks (WEP), würden von dem Haltepunkt profitieren. Sollten die Pläne bei der Bahn auf Gegenliebe stoßen, könnte der Haltepunkt nach Einschätzung Guths in 4 bis 5 Jahren bereits Realität sein.