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Sportfreunde Stiller – Support: Thees Uhlmann

23. August 2014
Nordmole in Mainz:

Nach einer ziemlich ausgedehnten Deutschland-Tour, die die Sportfreunde Stiller, neben Auftritten bei vielen Festivals, im Frühjahr vor allem in die Großstädte gezogen hatte, ist man in den letzten Ausläufern der „New York, Rio, Rosenheim“-Tour auch in der Provinz angekommen.

Im März 2013 hatte die ausgiebige Tour begonnen und Schwerin, Chemnitz, Coburg, Mainz und Bochum hießen nun die letzten Stationen. Seitdem hatten bei den zuvor 93 Konzerten und Festivalauftritten eine ganze Menge Leute die Sportfreunde Stiller irgendwo schon mal live gesehen. Nur so ist zu erklären, dass sich der Publikumszuspruch bei ihrem Besuch in der Landeshauptstadt in Grenzen hielt. Gut 5.000 mögen zur Mainzer Nordmole gekommen sein, wo in diesem Jahr auch Elton John, Neil Young und Unheilig im Rahmen von „Summer in the City“ vorbei geschaut hatten. Wie so oft in diesem verregneten Sommer 2014 ging der bange Blick Vieler gen Himmel, wo sich dunkle Wolken bemerkbar gemacht hatten. Pünktlich mit dem Opener „Eine Hymne für dich“ waren jedoch alle schlechten Gedanken wie weggeblasen. Wenn man diese grundsympathische Münchner Band mit ihren simplen, stets ähnlichen Botschaften nicht schon nach wenigen Minuten ins Herz schließt, hat man kein selbiges. Wer zudem seinen größten Hit, „Ein Kompliment“, schon nach knapp einer Stunde verbrät, anstatt damit den sicheren Schlussapplaus einzuheimsen, der kann es nur ehrlich meinen. Zugegeben: Bis dahin war es in Mainz stimmungstechnisch eine etwas zähe Angelegenheit, was Sänger Peter Brugger irgendwann zu der Frage veranlasste: „Seid ihr wenigstens glücklich, wenn ihr so still seid?“ Vielleicht war die Angst vor einem Regenschauer größer als die Lust, sich dem Konzertvergnügen hinzugeben. Erst als es dann richtig zu schütten begann, schien sich die altbekannte Scheißegal-Mentalität durchzusetzen und Publikum und Band kämpften sich gemeinsam in die Zugaben, von denen „Ich Roque“ endlich mal wieder gerockt hat. Beim letzten Song des Hauptprogramms „Wunder fragen nicht“ wurde ordentlich Lametta ins Publikum geblasen und bei der allerletzten Zugabe „Auf der guten Seite“ hat sich Sänger Peter standesgemäß über die Hände des Publikums tragen lassen. Was bleibt also übrig von einem Konzert, das natürlich unter den widrigen Wetterverhältnissen litt? Wunderschöne Versionen von „Siehst du das genauso“ und „Applaus Applaus“ sowie die Erkenntnis, dass etliche Songtexte der Sportfreunde Stiller längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind. Ganz abgesehen von ihrem größten Hit „54, 74, 90, 2014“, der von der Band wenig geliebt wird, aber in Anbetracht des deutschen WM-Titels zumindest angespielt wurde.

FAZIT: Es gibt kein Sportfreunde Stiller Konzert, bei dem wenig Stimmung herrscht. Aber euphorisch wurde die Band nicht gerade im verregneten Mainz empfangen. Da ist man anderes gewohnt von einem Konzert der Sportis.